Blognetzwerk Blognation steht zum Verkauf

Nachdem jüngst bekannt wurde, dass Blognation die eigenen Blogger nicht bezahlen konnte, ist es nun offiziell: Blognation-Gründer Sam Sethi, der keine Finanzierung für Blognation auftreiben konnte, verkauft das Blognetzwerk.

Wie ironischerweise vor genau einem Jahr zur LeWeb-Konferenz, als Sethi Techcrunch UK verließ und damit einen wahren Clusterfuck auslöste, ist es auch diesmal wieder Soap Opera-Style at its best. Sethi, der seine Schreiber über den Status der Finanzierung anlog, sieht in dem Desaster die Fehler bei allen anderen nur nicht sich selbst. Da gehört schon eine Menge Chuzpe dazu.

Nun steht das aus mehreren Ländern über die lokale Startupszene berichtende Netzwerk also zum Verkauf. Angesichts der nicht gerade geringen mittlerweile angehäuften Schulden dürfte das nicht leicht werden. Da Blognation eine Ltd. ist/war, ist auch nicht sicher, ob die beteiligten Blogger überhaupt bezahlt werden.

Bedauerlich, vor allem da, wie ich neulich erst erwähnte, Blognation Germany in meinen Augen das beste aus Deutschland stammende Techblog ist/war. Mein Beileid an Markus Spath, der viel Arbeit in dieses Blog in den letzten Monaten gesteckt hat.

Einen Lichtblick gibt es: Das Blognetzwerk b5media hat vor einiger Zeit ein Angebot für Blognation gemacht und wird Blognation nun vielleicht letztlich doch übernehmen. Zu wünschen wäre es. Die Idee hinter Blognation, lokale Blogger berichten über die jeweilige Startupszene im international verständlichen Englisch in einer gemeinsamen Anlaufstelle, ist nach wie vor eine gute. Bei b5media wäre Blognation gut aufgehoben. Das unter anderem von Problogger Darren Rowse mitgegründete b5media unterhält erfolgreich bereits mehr als 290 Blogs.

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About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als (Senior) Strategy Analyst bei Exciting Commerce, schreibt für verschiedene Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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  • Mag sein, dass ich alt werden, aber was zum Henker ist ein „Clusterfuck“ ?

  • Clusterfuck, der: Wenn sich viele Leute gleichzeitig (Cluster) auf ein Ereignis beziehen und dabei eine der beteiligten Parteien niedergemacht wird (Fuck). Auch Bezeichnung für massives, völlig reduntantes Berichten über (vermeintliche) Großereignisse; siehe Iphonelaunch, der.

  • I see, danke.

  • Hey Marcel, danke für die gute Zusammenfassung, hatte das Thema eben erst durchs Stöbern bei Robert entdeckt. Ehrlich gesagt fand ich, dass die Qualität der Beiträge im deutschen Blognation in letzter Zeit eher gelitten hat – kann sein, dass sowas auch in Verbindung mit ausstehenden Gehältern steht, aber wenn ich dann solche Artikel lese wie den über die 100 populärsten deutschen Startups, wo einziges Kriterium die Anzahl der del.icio.us Links ist, dann muss man die journalistische Qualität doch ernsthaft hinterfragen.
    Mir reicht es, wenn ich einen oder zwei Artikel die Woche dort lesen könnte – jeweils gut recherchiert und mit vernünftiger Diskussion dazu. Das würde in meinen Augen einen besseren Mehrwert schaffen, als Artikel Masse-statt-Klasse mässig rauszuhauen.

    Nur meine Meinung,
    Dennis

  • Dennis, klar, das Kriterium der Bookmarkhäufigkeit ist natürlich nur beschränkt aussagekräftig. Es hilft aber imho zumindest die ungefähre Richtung zu verorten. Sprich, eine Seite mit 100 Bookmarks ist wahrscheinlich schon populärer als eine mit 10 oder gar überhaupt keinen Bookmarks. Man sollte die Aussagekraft aber nicht überschätzen, klar.
    Was die Masse angeht bzw. das Signal-Noise-Ratio, da kann ich Dir nicht zustimmen. Da steht das schon gut da. Wenn ich da an andere Techblogs, besonders einige bekannte deutsche denke.. my oh my.