DuMont jetzt mit Micropaymentphantasien

Der Verleger glaubt, dass die größte Hemmschwelle für ein erfolgreiches Paid-Content-Modell noch die bislang ungenügenden Abrechnungs-Systeme sind: „Der Bezahlvorgang ist technisch noch zu kompliziert“, zitiert die dpa  Neven DuMont. „Wir machen Druck, dass die Provider ein Modell finden, und haben die große Hoffnung, dass wir das schon 2010 anwenden können.“ Damit schiebt der Kölner den schwarzen Peter geschickt zu T-Online, Vodafone & Co.

Meedia: DuMont: Paid Content via Telefonrechung

Was für ein ausgemachter Kokolores. DuMont ignoriert u.a. mentale Transaktionskosten (oder hat noch davon gehört). Ich hoffe wirklich, dass bald endlich von vielen Verlagen Micropayment-Systeme umgesetzt werden. Damit diese unsägliche Debatte ein Ende findet. Oder sie zumindest dort stattfindet, wo sie eh niemand mehr liest.

Btw. meedia: „Damit schiebt der Kölner den schwarzen Peter geschickt zu T-Online, Vodafone & Co.“

Bitte? Seit wann sind die ISPs für die Geschäftsmodelle der Verlage verantwortlich? Sind die ISPs verpflichtet, mit den Verlagen Micropaymentsysteme zu entwickeln? 

Und überhaupt: alle Verlage und alle Provider setzen sich an einen Tisch und finden bereits 2010 eine Lösung, auf die sie sich alle einigen und die nur von einer Hälfte von Ihnen überhaupt vermeintlich benötigt wird?

Von welchem Planeten kommen die Leute, die das ernsthaft glauben?

(Viele Gründe, die gegen Paid Content als Erfolgsstrategie sprechen in diesem Artikel von mir auf netzwertig.com)

Mehr zum Medienwandel

„Wer ARD und ZDF „Staatsfunk“ nennt, will sie nicht besser machen, sondern abschaffen.“

Stefan Niggemeier auf Übermedien darüber, wie die privaten Medien über die öffentlich-rechtlichen Medien berichten: Das größere Problem ist dies: Jemand, der so tut, als sei „öffentlich-rechtlicher Rundfunk“ nur ein lästig langes Wort für „Staatsfunk“ und als sei Staatsferne bei einem solchen System ohnehin nicht zu erreichen, setzt die Errungenschaften eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks selbst aufs Spiel. […]

Goodbye Gatekeepers

Ben Thompson über das Ende der Gatekeeper in verschiedenen Branchen. Beginnend mit Hollywood und der Weinstein-Geschichte: Suppose there are five meaningful acting jobs per movie: that means there are only about 500 meaningful acting jobs a year. And Weinstein not only decided who filled many of those 500 roles, he had an outsized ability to […]

Onlinestudie: Wie wenig die politisch entscheidende Generation in Deutschland tatsächlich online ist

Dennis Horn hat ein paar Erkenntnisse aus der diesjährigen ARD-ZDF-Onlinestudie im Blog des WDR zusammengefasst: 62,4 Millionen Menschen ab 14 Jahren in Deutschland sind Internetnutzer. Das entspricht 90 Prozent. Täglich gehen 50 Millionen Nutzer ins Internet. Das sind 72 Prozent. […] Die „jungen Leute“ nutzen das Netz viereinhalb Stunden am Tag. Wer 14 bis 29 […]

neunetz.com abonnieren und keine Artikel mehr verpassen!

Neue Artikel auf neunetz.com per Email erhalten, immer Montags, Mittwochs und Freitags. Jetzt anmelden und künftig besser informiert sein!

Email-Adresse eingeben:


neunetz.com kann auch per RSS-Feed (oder JSON-Feed) abonniert werden. neunetz.com ist natürlich auch auf Twitter und Facebook vertreten.

About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als (Senior) Strategy Analyst bei Exciting Commerce, schreibt für verschiedene Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
Marcel Weiß auf Twitter und auf Facebook abonnieren. (Mehr)

  • Das ist ja einmal ausgemachter Blödsinn, was der Mann da erzählt. Zum einen gebe ichDir Recht, dass man die alten Medien nicht mit Paid-Content retten kann, zum anderen gibt es bereits MicropaymentSysteme bei den Netzbetreibern, Servcieprovidern und ISPs. Man sollte nur jemanden Fragen, der sich damit auskennt.