Ein Beispiel, warum auch exklusive Inhalte Bezahlschranken nicht retten

„Zeit im Blog“:

Seit die Londoner Tageszeitung The Times – in einem aufgrund ihrer Paywall nicht zu verlinkenden Bericht – nebulos davon erzählt hat, dass sich die britische Regierung mit einem Notfallplan auf den Zusammenbruch von BP vorbereitet, wird allerorten heftig über die Gründe für diesen Schritt debattiert[..]

The Times setzt seit kurzem auf eine Bezahlschranke. Viele Befürworter und auch kritische Experten wie etwa Chris Anderson argumentieren, dass Bezahlschranken nur mit exklusiven Inhalten funktionieren können. Dieses Argument war mir immer ein bisschen zu vage.

Am obigen Beispiel sieht man, was mit exklusiven Geschichten hinter Paywalls passiert: Sind sie relevant genug, werden sie auch auf Publikationen außerhalb der ursprünglichen Publikation diskutiert. Dabei werden die wichtigsten Fakten, für den Kontext, zusammengefasst. Die ursprüngliche Publikation verliert in diesem Fall sogar noch, weil sie nicht einmal einen Link bekommt (den sie ohne Bezahlschranke bekommen würde).

Was bedeutet das also? Sind Inhalte hinter Bezahlschranken nur dann hilfreich für den Publisher und sein Angebot, wenn sie zum einen exklusiv genug sind, dass man sie nur da findet und zum anderen aber uninteressant genug sind, dass andere kein Interesse an Verbreitung der Informationen und einer diesbezüglichen Debatte zu ihnen haben?

Das erscheint mir nicht als eine sinnvolle Grundlage für ein Geschäftsmodell.

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About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als (Senior) Strategy Analyst bei Exciting Commerce, schreibt für verschiedene Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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