Während das „Vernetzte Haus“ in den USA langsam im Massenmarkt ankommt, planen auch Apple und Google mitzumischen

Sowohl Google als auch Apple scheinen erste Schritte Richtung “Vernetztes Haus” zu gehen. Das ist nicht überraschend. Ihre Smartphone-Plattformen sind etabliert und der Smartphonemarkt geht in den westlichen Ländern auf Sättigung zu.

Bald wird es nicht mehr darum gehen, neue Kunden von den Vorzügen eines Smartphones zu überzeugen, sondern Kunden auf der eigenen Smartphone-Plattform zu halten oder vom Konkurrenten abzuwerben. Dafür braucht es mehr Gräben um die Smartphoneburgen, also mehr Integrationen, mehr Einsatzzwecke.

Jede Erweiterung dieser Plattformen ist deshalb nicht nur die Schaffung eines neuen Marktes sondern auch gleichzeitig Defensivzug auf dem Smartphone-Markt.1

Jessica Essin auf The Information über Googles Pläne:

Google’s Nest division is plotting a move into the home-security market and has considered acquiring connected camera-maker Dropcam to accelerate the push, according to several people close to Google.

The status of any talks between Google and Dropcam, which makes a $150 camera that streams footage to phones and computers, isn’t clear. Spokespeople for both companies did not respond to requests for comment.

Gleichzeitig kursieren Gerüchte über Apple, das ebenfalls einen Schritt in Richtung “Vernetztes Haus” plant. TechCrunch:

Apple is going to make a big play in the connected smart home space, according to a new report from the Financial Times. The company is planning a platform that would turn its iOS devices, including the iPhone, to control their smart home devices, doing things like controlling lights, security systems and connected appliances. This platform would be built into the iPhone, centralizing control rather than spreading it over multiple third-party apps, the FT says, and it’ll be shown off at WWDC next week.

It'll incorporate not only the iPhone and iPad, but also the Apple TV, the report claims, which will get an update to its hardware later this year.

Überraschend ist dieser Rauch, der recht deutlich auf Feuer deutet, nicht. Besonders im Heimatmarkt der zwei Unternehmen ist das Segment “Connected Home” längst auf dem Weg in den Mainstream. Quartz:

One in five adult American internet users already has a device at home that connects the physical environment to the internet, according to a Forrester Research report (paywall) out last week. As many as two-thirds would install such a device if it helps cut energy bills (think Nest, the internet-connected thermostat recently acquired by Google) or improve security (like the Dropcam cameras that provide a live video feed from your home to your phone). And according to the grandly named “State of the Smart Home” (pdf, p.9) survey published recently by iControl Networks—a company that provides connected-home services to broadband providers—fully 40% of respondents think they will be able to send text messages to their home appliances within a couple of years.

Weit verbreitete Plattformen, die den Markt vereinen und damit leichter bedienbar machen können, werden das Segment enorm befeuern. Insofern könnte der Einstieg von Google und Apple der Startschuss für den nächsten Wachstumsmarkt sein.


  1. Dieser Markt ist nicht nur der größte internationale Computermarkt, sondern auch der größte internationale Endkundenmarkt überhaupt. Und gleichzeitig natürlich das Mainstream-Tor zum Internet. 

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About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als (Senior) Strategy Analyst bei Exciting Commerce, schreibt für verschiedene Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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