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# Tabletmarkt: Multihoming hilft Amazons Kindle gegen iPad
- URL: https://neunetz.com/tabletmarkt-multihoming-hilft-amazons-kindle-gegen-ipad/
- Published: 2010-06-22T14:09:11.000Z
- Updated: 2010-06-22T14:09:11.000Z
- Author: Marcel Weiß
- Tags: Amazon, Amazon Kindle, Analysen, Appökonomie, Apple, Creator Economy, iOS, iPad, Multihoming, Tabletmarkt, txtr, #wp, #wp-post, #visibility-public, #Import 2024-11-21 20:37

![](http://neunetz.wpengine.com/wp-content/uploads/ipad-2.jpg)

[](http://gigaom.com/2010/06/21/why-amazons-kindle-will-eventually-win-the-e-book-wars/?utm%5Fsource=feedburner&utm%5Fmedium=feed&utm%5Fcampaign=Feed:+OmMalik+%28GigaOM%29)[Om Malik hat eine interessante Beobachtung bezüglich des Amazon-E-Readers Kindle und dessen iPad-Applikation gemacht:](http://gigaom.com/2010/06/21/why-amazons-kindle-will-eventually-win-the-e-book-wars/?utm%5Fsource=feedburner&utm%5Fmedium=feed&utm%5Fcampaign=Feed:+OmMalik+%28GigaOM%29)

> The day I first laid hands on Apple’s iPad I banished my Amazon Kindle to the back of the proverbial drawer. And yet, I have been spending, on average, about $10 every 3-5 days on Amazon’s site buying a book to read using the Kindle application on the iPad.  
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> This is a big advantage for Amazon, for as more people start living multidevice lifestyles, such cross-platform availability of content will increasingly become a big deal. Unlike Amazon’s Kindle store, iBooks is going to be limited to the iPad/iPhone platform — which is not good enough for me. I like the flexibility of the Kindle app, even if it offers books to me in somewhat of a less attractive format. In other words, Amazon should be thinking about Kindle as a platform that leverages other people’s hardware.

Mit [Multihoming](http://neunetz.wpengine.com/2010/04/08/wie-multihoming-zweiseitige-maerkte-beeinflusst/) kann Amazon seinen Kunden etwas bieten, was Apple nicht bieten kann. Apple will schließlich seine iOS-Plattform stärken. Es wird iBooks also genau so wenig für Nicht-Apple-Produkte öffnen, wie es das mit itunes macht. (Palm zum Beispiel, das seine WebOS-Produkte an itunes andockte, wurde proaktiv von Apple immer wieder ausgesperrt.)

Gleichzeitig ist es für Apple nicht sinnvoll, Angebote wie Amazons- Kindle-Applikation auszuschliessen: Zwar würde das kurzfristig zur Stärkung von iBooks führen, aber langfristig würde es die iOS-Plattform schwächen. Wenn die Kindle-Applikation auf allen anderen Tablet-Plattformen verfügbar sein wird aber nicht auf iOS, würde das iOS schwächen. Besonders dann, wenn Apple jede Applikation ausschließen würde, die mit einem Apple-Produkt konkurriert und Multihoming über die Plattformen betreibt.

**Apple muss also ein Stück weit damit leben, mit Amazon und anderen auf der eigenen Plattform zu konkurrieren.**

Der Vorteil für Apple als Plattformprovider: Bessere Integration der eigenen Angebote in die Plattform selbst.

Der Nachteil: Kein Multihoming, sprich keine Bereitstellung der Angebote auf anderen Plattformen - die **Plattformprovidersteuer**. ([Ähnliches Szenario bei Twitter:](http://neunetz.wpengine.com/2010/06/07/suboptimale-plattform-strategie-von-twitter-ist-gut-fuer-den-rest-des-webs/) Twitters offizieller iPhone-Client wird aus den gleichen Gründen keine anderen Microblogging-Dienste oder ähnliche Angebote unterstützen, was den Client selbst in [eine schwierige Konkurrenzsituation](http://neunetz.wpengine.com/2010/06/07/suboptimale-plattform-strategie-von-twitter-ist-gut-fuer-den-rest-des-webs/#toc-entwickler-zum-multihoming-gezwungen) bringen wird.)

Natürlich hält Apple nichts davon ab, iBooks irgendwann auf Android- bzw. Chrome-Tablets oder WebOS-Tablets etc. anzubieten, aber mittelfristig ist das eher unwahrscheinlich.

Tatsächlich hängt das von der **Marktentwicklung auf dem Tabletmarkt** ab:

**Szenario A:** Hoher Marktanteil von iOS, geringe Fragmentierung. Apple kann sich auf iOS konzentrieren. Amazon Kindles Multihoming ist eine wünschenswerte Funktion, aber kein Muss für die Konsumenten.

**Szenario B:** Relativ hohe Fragmentierung des Tablet-Marktes mit verschiedenen Betriebssystemen: Multihoming wird von Konsumenten vorausgesetzt. Das bedeutet einen wesentlichen Nachteil für vertikal integrierte Plattformprovider wie Apple. Apple müsste dann iBooks etwa für Android und andere Tablet-OS bereitstellen, um konkurrenzfähig zu bleiben. In etwa so, wie heute itunes für Windows bereitgestellt wird.

Warum würde in diesem Szenario Multihoming vorausgesetzt werden? [Weil Tablets relativ günstig sein werden](http://neunetz.wpengine.com/2010/05/02/kommende-disruption-der-pc-branche-apples-strategie-2/) und bei hoher Fragmentierung die Konsumenten zwischen den OS-Varianten wechseln wollen, ohne ihre Medienbibliotheken zu verlieren.

Das Berliner Startup [txtr](http://txtr.com/) verfolgt mit seiner iOS-Applikation und seinem (seit längerem) angekündigten E-Reader eine ähnliche Plattformstrategie wie Amazon, die entsprechend erfolgversprechend klingt. Auf txtr vom User hochgeladene oder direkt auf txtr bereitgestellte Inhalte sind auf der Website selbst, der iOS-Applikation und dem künftigen txtr-E-Reader, so er denn irgendwann kommt, abrufbar.