Robert Basic - Studierter Baitologe

Unfassbar. Robert Basic gibt vor, sein Blog verkaufen zu wollen und alle machen, was er von ihnen erwartet hat.

Jeder, der noch 2 funktionierende Gehirnzellen sein eigen nennen darf, weiß, dass das nicht passieren wird. Trotzdem tun alle so, als ob (oder verfügen nur noch über Erbsenhirne, Sie entscheiden).

Er wird natürlich nicht verkaufen. Er lebt direkt (Werbung auf der Site) und indirekt (Konsulting) von basicthinking. Mit dem Verkauf würde er etwas aufgeben, dass er heute so nicht mehr ohne weiteres wieder neu aufbauen könnte. Mehr schreibe ich gar nicht dazu, weil es mir zu blöd ist, noch mehr zu erklären.

Das, was Robert hier gemacht hat, ist klassisches Linkbaiting. Gegen Linkbaits, also Artikel, die zum Darauflinken anregen sollen, gibt es an sich nichts einzuwenden.

Linkbaits können Scoops sein, Listen von nützlichen Webdiensten, Programmen und anderem, oder eine besonders interessante oder kontroverse Sichtweise auf ein bestimmtes Thema. Letzteres beherrscht Techcrunchs Michael Arrington besonders gut, wie sein Buddy Steve Gillmor hier ausführlich darlegt.

Der Unterschied zwischen diesen Beispielen und dem, was Robert meistens macht: Die Linkbaitbeispiele oben sind mehr oder weniger erst an zweiter Stelle Linkköder. An erster Stelle sind sie entweder nützlich oder treiben einen Diskurs voran (in welche Richtung auch immer), erst aus dieser Erstfunktion entsteht die Zweitfunktion des beliebten Da-link-ich-hin-Objekts. Robert Basic dagegen dreht sich am liebsten um sich selbst, was auch okay ist. Das Netz ist groß genug, so dass da jeder fast alles machen kann, was er/sie will.

Aber dass dann alle auf so eine Inhalte-Implosion hereinfallen und auf dieses nirgendwo hinführende Nichts linken, ist zumindest ein bisschen erschütternd:

baitologie-fallstudie

Was soll man dazu noch sagen?

Robert kennt sich aus im inhaltslosen Linkködern. Und viele (viel zu viele) beißen an.

Und wer mir jetzt was davon erzählt, dass das nur mit Bloggern geht und Journalisten auf ein so offensichtliches Spiel auf der Aufmerksamkeits-Klaviatur nicht hereinfallen, der schaue vorher besser mal schnell bei SpOn vorbei.

Erfolgreich für Basic war die Aktion allemal. Das BasicThinking-Blog war kurzfristig vom Traffic zusammengebrochen und nicht erreichbar.

baitologie-1

 

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Linkempfehlungen (weekly)

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Frohe Weihnachten!

Frohe Weihnachten allen neunetzern da draußen!

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Facebook Connect: Eine Win-Win-Situation

Nur nicht für OpenID. Mein Kommentar zu Martins Artikel über den Launch von Google Friend Connect und Facebook Connect:

OpenID hat ein massives Problem: Es bringt keine zusätzlichen Vorteile für die Publisher wie TC oder andere Anbieter mit, die sie mit FB Connect bekommen.
Wenn ich meinen Kommentar in meinem Newsfeed publizieren kann, dann bringt das einen Boost für die Site, auf der kommentiert wird. Zusätzliche Öffentlichkeit. Umgekehrt bekommt Facebook mehr Öffentlichkeit, wenn es auf mehr Sites im Netz auftaucht. Win-Win.
Und Facebook ist in vielen Ländern bereits groß genug, damit dass nicht unbedingt trivial ist.
Das dürfte für fast alle Webdienste gelten: Einträge im Newsfeed sind Publicity/Traffic-Gold wert.

Die Verbindung Connect und Newsfeed setzt Facebooks Angebot nicht nur von OpenID ab, sondern auch von Googles Friend Connect, das kein vergleichbares Feature hat.

Würde mich nicht überraschen, wenn Facebook in den nächsten Monaten Rekordwachstum verzeichnet.

Techmeme jetzt weniger algorithmisch, mehr human

Techmeme, der bekannte Memetracker von US-Technews, der bekanntermassen Vorbild für Rivva war, wird künftig neben den Algorithmen, die die Links analysieren und zu Themen clustern, einen menschlichen Editor haben, der der Site beim Themenfinden und -clustering unter die Arme Algorithmen greift.

Techmeme-Macher Gabe Riviera über die Änderungen:

In 2005 it was clear to me that an ideal news aggregation site would need to combine automation with direct, hands on editing.

und weiter

Humans have always edited Techmeme of course, just implicitly. For instance, when a blogger links to a story, the headline might move higher on Techmeme. What’s different now is that an additional human editor will carry out changes explicitly to directly improve the mix of headlines on Techmeme. Though the implicit edits conveyed via algorithm outnumber the explicit edits perhaps by 1000 to 1 or more, the impact of the human editor is nonetheless pronounced. What will that effect be?

The news will just get faster and more interesting. Obsolete stories will be eliminated sooner while breaking stories will be expedited. Related grouping will improve.

Rivva selbst hat seit einiger Zeit auch einige Probleme, die vor allem daher rühren, dass im deutschsprachigen Raum weniger verlinkt und diskutiert bzw. auf einander bezogen wird.

Ich könnte mir vorstellen, dass eine Lösung dafür ein händisches Nachhelfen sein könnte. Besonders bei “Ebenfalls zum Thema” würde eine menschliche Hand oft Wunder wirken.

Das erhöht natürlich den Aufwand, und öffnet Kritik Tür und Tor. Ersteres ist wohl das entscheidende Argument dagegen, da Frank, soweit ich weiß, mit Rivva aktuell kein Geld verdient (das zweite Argument muss man wegstecken können).

Lustige und Riviera-typische Anmerkung mitten im Text zum neuen Techmeme-Editor:

Writers and publicists unhappy with the headlines on Techmeme are encouraged to transfer the bulk of their resentment to Megan [McCarthy].

Techmeme ist in der US-Techblog-Szene so wichtig wie keine zweite Site und Riviera wird deshalb regelmäßig angegriffen, wenn das Blog des einen oder anderen ehrgeizigen Bloggers mal nicht vorn oder gar nicht auf der Site landet.

(ja, ich weiß, keine Lust gehabt, mir eine bessere Überschrift zu überlegen..)

Just gettin’ started: 2 Jahre neunetz.com

happy birthday, neunetz.com!

Warning! Full Meta Jacket ahead:

Heute vor 2 Jahren ging neunetz.com live.

In dieser Zeit hat sich viel ereignet. In mancher Sicht weniger, in anderer Sicht mehr, als ich mir je hätte träumen lassen.

Warum ich seinerzeit neunetz.com gestartet habe, hatte viele Gründe. Eine Hoffnung hat sich erfüllt, wie ich es mir zwar erhofft hatte, aber doch nicht komplett vorstellen konnte.

Eigentlich spät, aber für deutsche Verhältnisse immer noch früh, hatte ich erkannt - oder geglaubt, erkannt zu haben -, dass es für das eigene Vorankommen ganz praktisch sein könnte, ein Blog über den Bereich zu führen, in dem man arbeiten möchte.

Tatsächlich war die Entscheidung, neunetz.com zu starten, die vielleicht ohne Frage beste ‘Karriere’-Entscheidung, die ich bis heute getroffen habe. Die Türen, die sich mir durch neunetz.com geöffnet haben, sind so unzählig.

An vorderster Front steht dabei natürlich mein Posten als verantwortlicher Redakteur von netzwertig.com. Die Idee für netzwertig.com kam seinerzeit bei Blogwerk mehr oder weniger nach einem Artikel von mir auf, welcher einmal quer durch die deutsche Blogwelt ging.

Dieser Artikel entstand an einem Sonntag spätabends/nachts, als ich eigentlich gar keine Zeit hatte, darüber zu schreiben (hatte Termin am nächsten Tag, für den ich noch etwas vorbereiten musste). Das Interview mit dem damaligen studiVZ-Chef hat mich aber angesichts des gebotenen Mumpitzes so in Rage gebracht, das ich immer wieder Blogdesk öffnete, und einen Absatz in meinem Artikel hinzufügte (der in der finalen Fassung weitaus harmloser war als in seinen früheren Inkarnationen).

Anyway, Peter Hogenkamp, Geschäftsführer von Blogwerk, kam durch diesen Artikel auf die Idee, aus Andreas Göldis hervorragendem medienkonvergenz.com in Verbindung mit mir (ich war damals noch Autor bei Blogwerks imgriff.com) und weiteren Autoren ein neues Blog über Internetwirtschaft etc. zu starten. Und flups kurze Zeit später schon bald war netzwertig.com geboren, und ich fand mich an der Spitze eines hervorragenden Teams (Andreas Göldi, Markus Spath und wenige Wochen später Martin Weigert) wieder. Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen, aber mit aktuell Platz 10 in den dbc, Platz 11 in den Rivva-Leitmedien und ca. 6500 Feed-Abonnenten haben wir ein ziemlich gutes Fundament, um dahin zu kommen, wo ich uns gern sehen würde. Und irgendwann geht’s dann richtig rund (naja). Anywhooo, einen guten Teil des Tages damit zuzubringen, mit Leuten zusammen zu arbeiten, die man toll findet, an etwas, an dem man Spass hat und das man für sinnvoll hält: nicht so schlecht, das Ganze.

Davon abgesehen, sind durch neunetz.com bereits einige Jobangebote eingegangen, die ich mal bestimmter, mal unsicherer abgelehnt habe. Und das nicht, weil sie schlecht waren, sondern weil sie entweder nicht in meinen Zeitplan passten (read: weil ich an anderen Stellen nicht aus dem Knick kam), oder weil ich in diverse Städte nicht ziehen möchte. Ich glaube nicht, dass die Tatsache, dass Unternehmen zu mir kamen und nicht umgekehrt, an meinem überragenden Intellekt lag (der zweifelslos sprichwörtlich ist), sondern mehr daran, dass ich einer von sehr wenigen Personen war, die Blogs im deutschsprachigen Raum ernstnahmen und beim Thema blieben (keine Lust, jetzt in’s Detail zu gehen, aber: wenn man was zu sagen hat, dann bitte im Blog beim Thema bleiben und Katzen etc. umschiffen).

Wenn man das macht, trifft man auch heute noch auf ein unvorstellbares Vakuum, dass so leicht wie vielleicht nie wieder zu füllen sein wird.

Was ich eigentlich sagen will: Wenn Ihr noch kein eigenes Blog führt, fangt jetzt damit an. Vielleicht spricht der Whiskey aus mir, aber wir leben in sehr spannenden Zeiten. Jetzt ein Blog zum Thema der eigenen Profession oder dem Bereich, in dem man künftig arbeiten will, starten, ist das beste, das man machen kann. Ich habe es bestimmt schon einmal gesagt: Blogs sind das ultimative Businessnetzwerk. Blogs sind die beste Möglichkeit, ein öffentliches Profil aufzubauen. Vorausgesetzt man hat etwas zu sagen und kann sich ausdrücken.

Zukunft von neunetz.com

Die Älteren unter Euch werden es vielleicht gemerkt haben, neunetz.com hat in den letzten Monaten unter meiner fehlenden Zeit gelitten. Das wird die kommenden Monate so bleiben. Ich gehe davon aus, dass ich ab irgendwann im Frühjahr wieder mehr Zeit für neunetz.com habe. Bis dahin und sowieso kann ich nur den Feed von netzwertig.com empfehlen für alles, was man über das Internet und dessen Absurditäten wissen muss.

Irgendwann werde ich mich wieder mehr neunetz.com widmen können. Ich habe auch bereits einige Ideen, die ich hier realisieren werde. Bis es soweit ist, werde ich weiter ab und an, aber nicht mehr so regelmäßig wie früher hier etwas schreiben. In der Zwischenzeit: Wer will, kann meinem Linkblog auf tumblr abonnieren, mir auf Twitter folgen, meine Shared Items von GoogleReader abonnieren oder, wenn man meine geistigen Ergüsse wirklich mag, die volle Ladung auf friendfeed abholen.

Finanzkrise, Schminanzkrise, selten habe ich so optimistisch auf’s nächste Jahr geschaut wie heute. Fangt an, das Internet für Euch klug zu nutzen. Das deutsche Web ist immer noch Brachland und wir brauchen mehr kluge Stimmen wie zum Beispiel diese hier. Let’s get started and - excuse me for being hippyish - make this world a better place. :)

So, und ich geh jetzt feiern.

gapingvoid-thiswouldmakeagreatmovie

 

(Geburtstagskuchenfoto: .imelda; Movie?: gapingvoid)

[Mit Dank für Pathos und Rechtschreibfehler an Glen Grant]

Linkempfehlungen (weekly)

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