Netflix hat 104 Millionen Abonnenten, 52 Mio. davon außerhalb der USA

Es ist erstaunlich und irritierend, dass Netflix die Abonnentenentwicklung so schlecht vorhersehen kann. Letztes Quartal hatte Netflix das Wachstum überschätzt, dieses Quartal unterschätzt.

Was die Zahlen unabhängig davon längst jedem deutlich machen sollten: Netflix mag sagen, das nächste HBO werden zu wollen, aber sie spielen mittelfristig in einer ganz anderen Liga was Abonnenten und damit Budgets für Inhalte angeht.

Diese Dimensionen in Verbindung mit den Kostenstrukturen, welche schlicht Größe (Reichweite) reich belohnen, sollten jedem in der deutschen TV-Branche das Fürchten lehren.

Recode:

Netflix added 5.2 million new subscribers last quarter, well above its own estimates and those of Wall Street analysts. […]

The bulk of its new subscribers are international, with roughly 4.1 million new subs coming from outside the U.S. […]

Netflix now has a bigger international base of users than domestic, marking a tipping point for the streaming service. Netflix has nearly 104 million total subscribers, with 51.9 million domestic subs and 52 million international subs.

Übernimmt Google Soundcloud? Google-Mitgründer Sergey Brin war (heimlich) auf TOA Berlin

Business Insider:

Music Business Worldwide reported in January that Google was mulling an acquisition of SoundCloud that was likely to be in the order of $500 million (£386 million).

It’s unclear if Brin attended the SoundCloud party on Thursday, which took place at a venue called Jackie O Berlin, which is in some woods on the outskirts of the city.

However, he wasn’t seen at the conference on Wednesday to listen to SoundCloud CEO Alex Ljung explain the rationale for the latest job cuts at SoundCloud. It’s possible he met Ljung separately though, as he was in Berlin for three days in total, according to a source.

A SoundCloud employee told Business Insider last week that SoundCloud made the job cuts „before they become redundant in an upcoming acquisition or merger.“

Warum sollte das „YouTube für Audio“ nicht zum gleichen Haus wie YouTube gehören?

Google wäre die aktuell bestmögliche Wahl. Twitter, einst interessiert genug um in Soundcloud zu investieren, ist aktuell zu sehr mit sich selbst beschäftigt und zu schwach insgesamt. Andere Kandidaten wie etwa Facebook oder Microsoft ergeben wenig bis keinen Sinn.

Lediglich Amazon, das gerade bekanntlich einen guten Audio-Lauf hat (Alexa) könnte noch in Frage kommen. Amazon hat mit Twitch bereits bewiesen, dass sie auch (spezielle) Social Networks übernehmen. Amazon baut aktuell auch an diversen Social-Network-Ansätzen.

Trotzdem passen Google und Soundcloud irgendwie besser zusammen als Amazon und Soundcloud.

Wenn YouTube unter Google ein Vorbild ist, hätte SoundCloud eine vielversprechende Zukunft.

Dass Soundcloud zum Verkauf steht, ist mittlerweile außer Frage.

Deutsche Autoindustrie kämpft mit Ifo-Studie gegen steigende E-Mobilität

Im Auftag des Verbands der Automobilindustrie kommt das Ifo-Institut in einer Studie (PDF) zum Schluss, dass ein Verbot von Neuzulassungen von Automobilen mit Verbrennungsmotor 2030 in Deutschland Arbeitsplätze hierzulande kosten würde.

heise online:

Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung spricht sich dagegen aus, Neuwagen mit Verbrennungsmotoren zu verbieten. Ein solches Zulassungsverbot verhindere einen Wettbewerb der Umweltschutztechniken, sagte Institutspräsident Clemens Fuest am Dienstag in Berlin.

Die vorgelegte Ifo-Studie kommt auf mindestens 620.000 Arbeitsplätze in Deutschland, die nach heutigem Stand von einem Aus für Benziner und Diesel betroffen wären. „Das heißt nicht, dass diese Arbeitsplätze wegfallen“, betonte Fuest. Besonders bedroht wären aber 130.000 Stellen in kleinen und mittleren Zulieferfirmen. Die Studie wurde im Auftrag des Verbands der Automobilindustrie (VDA) erstellt.

Es handelt sich um die Reaktion auf eine Forderung der Grünen. Die deutsche Automobilbranche hat Angst.

Die FAZ, titelt, zuverlässig, „Grünen-Vorschlag gefährdet 600.000 Arbeitsplätze“.

Man kann mittlerweile festhalten, dass die FAZ die vielleicht destruktivste Publikation für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist.

Die Forderung der Grünen ist, entgegen der Reaktion aus der Industrie und der Pressse, eher zurückhaltend angesichts der weltweiten Entwicklungen. Ein Beispiel für den Kontext via heise:

Der norwegischen Regierung schwebt vor, ab 2025 solche Autos nicht mehr zuzulassen.

Weltweit denken die Administrationen von Großstädten über den Verbot von Verbrennungsmotoren in den Innenstädten nach. China baut Batteriefabriken im großen Stil.

E-Mobilität kommt. Und zwar schneller als die meisten denken. Und danach kommen die selbstfahrenden Automobile.

2030 wird der Absatzmarkt für Verbrennungsmotoren nicht leicht zurückgegangen sein. Er wird weltweit eingebrochen sein.

Nicht die Grünen, wie die FAZ in ihrem Missverständnis des Marktes schreibt, gefährdeen 600.000 deutsche Arbeitsplätze, sondern die deutsche Automobilindustrie selbst. Weil sie sich zu langsam weiterentwickelt. Diese Branche muss sehr viel schneller auf den Wandel reagieren.

Es ist ein schlechtes Zeichen, dass man sich bemüßigt fühlt, solche Auftragsstudien erstellen zu lassen. Es ist auch ein schlechtes Zeichen, dass diese Studien (oder zumindest ihre grob vereinfachenden Zusammenfassungen für die Öffentlichkeit) ohne kritisches Hinterfragen geschluckt werden.

Was passiert mit der deutschen Autoindustrie, wenn die Nachfrage nach Vehikeln mit Verbrennungsmotor weltweit sinkt?

Soll in Deutschland weiter mit Verbrennungsmotor gefahren werden, während ringsum die Bevölkerungen auf E-Fahrzeuge umsteigen? Wie viele Autos mit Verbrennungsmotoren müssen wir Deutsche 2030 jede von uns jedes Jahr kaufen, um die sinkende Nachfrage aus dem Ausland aufzufangen?

Das wäre doch mal eine Studie wert.

Tatsächlich heißt es in der Ifo-Studie (S. 41):

Die in Kapitel 2.2 durchgeführte Quantifizierung potentieller Effekte eines Zulassungsver-bots für Pkw und leichte Nfz mit Verbrennungsmotor auf Produktionswert, Bruttowert-schöpfung und Beschäftigung der deutschen Industrie nimmt an, dass nicht nur die Herstellung entsprechender Produktarten für den inländischen Absatz betroffen wäre, sondern auch diejenige für Exportmärkte. Aufgrund der starken Exportorientiertheit der deutschen Automobilindustrie stellt sich die Frage, inwiefern es ich hierbei um eine realistische Annahme handelt. So werden insbesondere im Kraftwagen- und Motorenbereich (WZ-2910) mehr als 70% der Umsätze im Ausland erzielt, 55 der Großteil davon mit europäischen Kunden. Allerdings ist es nicht unwahrscheinlich, dass es bis oder spätestens ab 2030 (dem unterstellten Inkrafttreten eines Zulassungsverbots) auch außerhalb Deutschlands zu einer verstärkten Regulierung des Verbrennungsmotors kommen könnte. Beispielsweise erwägt China – als weltweit größter Automobilmarkt – die Einführung einer Elektroquote. Damit dürften sich Automobilhersteller und ihre Zulieferer bereits deutlich vor dem Jahr 2030 mit entsprechenden regulatorischen Eingriffen auseinandersetzen müssen. Abgesehen davon werden regulatorische Maßnahmen, die auf die Reduktion von Emissionen im Verkehrssektor abzielen (CO 2 -Grenzwerte, Euro-Normen), in der Regel nicht auf nationaler, sondern auf Ebene der Europäischen Union implementiert und betreffen somit den vollständigen gemeinsamen Binnenmarkt.

Aber die Grünen gefährden Arbeitsplätze. Na klar.

Wer sich die Anfänge dieser Debatte anschaut und sich an manch andere Debatte der letzten Jahre erinnert fühlt, dem kann Angst und Bange werden um die deutsche Wirtschaft, deren Herz das Automobil ist, und mit ihr um die deutsche Gesellschaft als ganze.

Noch eine Anmerkung zur Studie. Das Ifo-Institut geht davon aus, dass Patente ein hinreichender Hinweis auf Aktivität in einem Bereich darstellt. Wer viele Patente im Bereich X hält, ist stark / beschäftigt sich viel mit / ist gut aufgestellt im Bereich X. Es zeigt sich auch hier wieder schön, wie irreführend diese (naheliegende) Annahme ist (die Anzahl der Patente sagt nur etwas darüber aus, wie viele Patente ein Unternehmen anmeldet, kaum mehr) S. 57:

Die Untersuchung in diesem Kapitel wurde von der These geleitet, dass deutsche Automobilhersteller aufgrund der starken Position bei Verbrennungsmotoren Anstrengungen in alternativen Antriebstechnologien unterlassen. Nach Analyse internationaler Patente für Verbrennungsmotoren, Elektrofahrzeuge, Hybridfahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge lässt sich diese These eindeutig widerlegen. Die deutsche (Automobil-)Industrie gehört bei den alternativen Antriebstechnologien jeweils zu den führenden internationalen Wettbe-werbern. Die Position bei Verbrennungstechnologien ist zwar stark, aber nicht fundamental verschieden im Vergleich zu den anderen Technologien. Hieraus lässt sich direkt ablei-ten, dass die notwendigen Investitionen – aus dem eigenen Cashflow heraus – getätigt werden: Das technische Fundament ist gelegt. Darüber hinaus ist ein Großteil der deutschen Forschung im Bereich des Verbrennungsmotors auf die Reduktion des Verbrauchs ausgerichtet – im Mittel der vergangenen 20 Jahre waren zwei von drei erteilten deutschen Verbrennerpatente Innovationen zur Reduktion des Benzin- oder Dieselverbrauchs. Deutlich schwächer ist die Position der deutschen Forschung im Vergleich bei der Grundlagen-technologie Batterie und Akkumulator. Hier kann und sollte die Politik im Bereich der For-schungsförderung – gerade auch hinsichtlich der Grundlagenforschung – tätig werden, um Kompetenzen in diesem Feld in Deutschland zu halten und auszubauen. Schließlich gibt es einige nachfrageseitige Faktoren, welche zur langsamen Marktdurchdringung mit alternativen Antriebstechnologien beitragen. Um diese anzugehen, steht der Politik ein Instru-mentenbaukasten nachfrageorientierter Innovationspolitiken zur Verfügung (siehe z.B. Falck und Wiederhold 2013), was ein Zulassungsverbot zusätzlich unverhältnismäßig erscheinen lässt.

Also: Die deutsche Automobilindustrie, die Angst um ihren Verbrennungsmotor hat, ist bestens gerüstet und aufgestellt bei alternativen Antrieben. Auch deshalb ist ein Zulassungsverbot von Verbrennungsmotoren unverhältnismäßig. Bin ich der einzige, der diese Argumentationskette unlogisch findet? Was stellt mehr Anreiz dar als ein kommendes Neuzulassungsverbot in 13(!) Jahren? Ein Verbot noch dazu, das den internationalen Entwicklungen eher hinterherhecheln wird?

Google Glass kommt endlich da an, wo es immer hingehörte

Google Glass 2.0

2013, als sehr viele Kommentatoren sich mit ihrer Berichterstattung über Google Glass lächerlich gemacht haben, schrieb ich, dass der Formfaktor vor allem in speziellen Arbeitsbereichen Sinn ergibt und viele Jahre davon entfernt ist, ein gutes Endkonsumentengerät zu werden oder gar bereits Wellen in der Gesellschaft zu machen. „Google Glass oder wie ‚Duke Nukem Forever‘ die Welt veränderte„:

Ich sehe die Anwendungsfälle für Smartbrillen eher wie John Gruber bei spezifischen Szenarien wie in der Chirurgie oder ähnlichen Situationen, in denen eine Computerunterstützung sinnvoll ist, die Inputmöglichkeiten aber beschränkt sind.

Das ist natürlich weitaus unaufregender als die Vorstellung einer Gesellschaft, in der jeder eine Kamera im Gesicht hat.

Steven Levy bei Backchannel/Wired heute über das neue (Google) Glass 2, das jetzt ein B2B-Produkt:

Erickson is a 30-year-old factory worker in rural Jackson, Minnesota. For her, Glass is not a hip way to hang apps in front of her eyeballs, but a tool—as much a tool as her power wrenches. It walks her through her shifts at Station 50 on the factory floor, where she builds motors for tractors.

Alphabet was commissioning a small group to develop a version for the workplace. The team lives in Alphabet’s X division, where Glass was first developed as a passion project of Google cofounder Sergey Brin. Now the focus was on making a practical workplace tool that saves time and money. Announced today, it is called Glass Enterprise Edition. […]

The difference between the original Glass and the Enterprise edition could be summarized neatly by two images. The first is the iconic photo of Brin alongside designer Diane von Furstenberg at a fashion show, both wearing the tell-tale wraparound headband with display stub. The second image is what I saw at the factory where Erickson works, just above the Iowa state line and 90 miles from Sioux Falls, South Dakota. Workers at each station on the tractor assembly line—sporting eyewear that doesn’t look much different from the safety frames required by OSHA—begin their tasks by saying, “OK, Glass, Proceed.” When they go home, they leave their glasses behind.

Google Glass hatte es seinerzeit wie wenige andere Stories geschafft, sehr deutlich die Spreu vom Weizen zu trennen bei den Technologiekommentatoren, Bloggern, Journalisten und Analysten.

Glass wird auch bei DHL eingesetzt:

At DHL, there is a supply chain process called “order picking” where employees fulfill customers’ orders by scanning items from racks before moving them into totes or bins on carts. Using Glass with a partner software solution from Ubimax, pickers now receive all picking instructions directly from Glass, right in their line of sight. With “Vision Picking” freeing their hands of paper instructions, real-time picking instructions, and the scanning function of Glass, pickers can work far more efficiently and comfortably.

Hier kann man sich Glass, ohne Google jetzt, anschauen. Glass ist heute ein Tochterunternehmen der Google-Holding Alphabet.

Entlassungen retten Soundcloud nur bis zum vierten Quartal. Was nun?

Es steht sehr viel schlechter um Soundcloud als bisher vermutet. Die letzte Woche bekannt gewordenen zahlreichen Entlassungen helfen dem Unternehmen nur kurzzeitig weiter, wie TechCrunch erfahren hat:

[…]sources at SoundCloud tell TechCrunch that founders Alex Ljung and Eric Wahlforrs confessed the layoffs only saved the company enough money to have runway “until Q4” which begins in just 50 days. […]

SoundCloud PR admitted that “We are fully funded into Q4,” though it says it’s in talks with potential investors.

Die Stimmung ist bei Soundcloud entsprechend schlecht. Es ist schwer zu sehen, wie Soundcloud aus diesem Tal wieder herausfinden soll, wenn selbst verbliebene Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, weil sie kein Vertrauen in die Zukunft des Unternehmens haben (und man ihnen das fehlende Vertrauen nicht verübeln kann):​

one employee who asked to remain anonymous told TechCrunch “it’s pretty shitty. Pretty somber. I know people who didn’t get the axe are actually quitting. The people saved from this are jumping ship. The morale is really low.”

Another employee from a different office described the all-hands as “a shitshow” and said “I don’t believe that people will stay. The good people at SoundCloud will leave. Eric [Wahlforss] said something about the SoundCloud ‘family,’ and there were laughs. You just fired 173 people of the family, how the fuck are you going to talk about family?”

Soundcloud, das hatte ich bereits geschrieben, ​hat wie jedes Musik-Startup das Problem, dass es gegen und mit den Majorlabels arbeiten muss.

Zusätzlich scheint es bei Soundcloud aber keine klare Strategie zu geben, wie es weitergehen soll:

One of the facts that was most frustrating to SoundCloud staff was that the company continued hiring people into positions that would be eliminated up until the last minute, with some workers joining SoundCloud as little as two weeks before the layoffs. […]

During the all-hands, both sources say it was revealed that SoundCloud had known for months that it had to lay off a large number of people, yet didn’t properly inform the team that it should be cutting costs. “The investors said [the wave of layoffs] was part of the conditions” one source said were in reference to the $70 million debt funding SoundCloud received in March from Ares Capital, Kreos Capital, and Davidson Technology after it failed to raise $100 million in venture funding.

Es gab Gerüchte, dass Spotify und Deezer an Soundcloud interessiert waren, Twitter war vor längerer Zeit ebenfalls interessiert. Es sieht so aus, als wollten die Gründer aber Soundcloud unabhängig halten:

Despite the startup’s financial troubles, Ljung told those in attendance at the all-hands meeting he was adamant about SoundCloud staying independent and there’s no intention to sell the company. That hesitation may have cost a lot people’s jobs.

Es sieht jetzt nicht mehr danach aus, als wenn das noch lange der Fall sein wird. Soundcloud geht schnell das Geld aus. Ein Unternehmen, das 40% seiner Belegschaft entlässt und das auf eine Art macht, die dazu führt, dass weitere Mitarbeiter vorsichtshalber sich nach anderen Jobs umschauen, ist nicht mehr in der Lage, sich mit, zum Beispiel, Produktinnovationen aus der misslichen Lage zu befreien.

Und man solle sich da keine Illusionen machen: Kein Risikokapitalgeber wird jetzt bei Soundcloud einsteigen. Bereits die letzte Finanzierungsrunde bestand aus einer Kreditfinanzierung, weil man nicht erfolgreich an Risikokapital gekommen ist.

Go+, das Spotify-ähnliche Angebot von Soundcloud, hat nie viel Sinn ergeben und scheint nicht sonderlich angenommen zu werden (Go+, munkelte man, wurde Soundcloud von den Majors ‚ans Herz gelegt‘): ​

In the all-hands, both sources say Ljung discussed SoundCloud getting back to its roots by prioritizing its open creator platform and the mid-tier Go subscription plan, rather than focusing on Go+ and the mainstream music of major record labels.

Soundcloud hat sich oft als das „YouTube für Audio“ bezeichnet. YouTube hätte ein größeres Vorbild für Soundcloud sein sollen:

Ohne die Übernahme durch Google hätte der Videodienst damals nicht mehr lang überlegt. (Vor allem dank sehr viel massiverer Urheberrechtsprobleme, die zum Teil absichtlich hausgemacht waren, um schnell zu wachsen. (Ein Grund, warum das gleichaltrige Youtube viel schneller viel größer wurde als Vimeo.))

Techcrunch:

That’s why it’s so worrisome that one employee of SoundCloud concluded “There’s no strategy.”

​Soundcloud wäre bei einem größeren Unternehmen besser aufgehoben. Und jetzt sieht es danach aus, als wenn Soundcloud sich das künftige Zuhause immer weniger wird selbst aussuchen können. Soundcloud ist zu groß, um einfach zu verschwinden. Aber je nachdem wo es landet, könnte es entweder ein Audio-Youtube/Instagram werden oder ein Tumblr. Sprich, es macht einen großen Unterschied, ob der Käufer Richtung Facebook oder Yahoo tendiert. Das Hinauszögern des unvermeidlichen Verkaufs verbessert hier nicht die Aussichten für Soundcloud.

Wired:

„Nach wie vor sind sehr viele Künstler auf SoundCloud angewiesen – auch wenn die Plattform infolge von nicht nachvollziehbaren Änderungen in den letzten Jahren für sehr viel Unruhe in Künstlerkreisen gesorgt hat“, sagt Branchenexpertin Barbara Hallama, die unter anderem bei Apple für iTunes tätig war und als DJ selbst bei SoundCloud vertreten ist. „Die Reichweite, die man dort bekommt, kann auf keiner anderen vergleichbaren Plattform erreicht werden.“ […]

Analyst Mark Mulligan von Midia Research sieht den Grund des Scheiterns ebenfalls bei der Monetarisierung. Soundcloud brauche ein Ökosystem, in dem es seine Eigenarten pflegen und entwickeln könne und sich nicht selbst um Einnahmequellen kümmern müsse. Als wirklichen Vorteil des Startups sieht der Marktforscher die Beziehung zwischen den Künstlern und den Fans auf der Plattform, den Musikkatalog und den Ruf von SoundCloud als Sprungbrett für Newcomer. Diese drei Komponenten biete derzeit keine andere Plattform.

Tatsächlich hat sich Soundcloud produktseitig die letzten Jahre praktisch nicht weiterentwickelt.

Was Soundcloud längst Musikern anbieten müsste:

  • Eine Art Patreon für Musiker auf Soundcloud
  • Daran anschließend, Werkzeuge, die Musikern verschiedene Interaktionsarten mit ihren Fans bieten (siehe zum Beispiel die Snapchat-artigen Stories, die Patreon jetzt einführt)
  • Direkte(re) Anbindungen an Konzertdaten und -tickets und Merchandise-Shops usw. für Musiker
  • Soundcloud müsste längst die Plattform sein, die alle Label-Funktionen für Musiker anbietet (neben obigem zum Beispiel auch: Vermittlung von Mastering, algorithmisches Mastering selbst anbieten, Distribution von ausgewählten Tracks an andere Streamingdienste & Shops, etc.)
  • Sprich: Warum ist Soundcloud, nach 10 Jahren, nicht längst die One-Stop-Shop-Lösung für aufstrebende Musiker, die dank Services und Social Network gar keinen Grund haben, jemals die Plattform wieder zu verlassen, egal wie groß und populär sie werden?

Weil Soundcloud nichts davon anbietet, gehen die unbekannten Musiker, sobald sie über Soundcloud bekannt geworden sind, zu Labels und Streamingdiensten wie Spotify und Apple Music über. Soundcloud macht sie groß und ‚verliert‘ sie, sobald sie populär werden. (Sie bleiben auf der Plattform, aber die Tracks landen mehrheitlich nicht mehr dort.)

Zusätzlich hätte Soundcloud den „Youtube für Audio“-Slogan ernst nehmen sollen:

  • Statt sich rein auf Musik zu konzentrieren und für Podcaster nur rudimentäre Funktionen anzubieten. (Der praktisch einzige Unterschied für Podcasterprofile auf Soundcloud ist ein RSS-Feed, den man zum Einspeisen in iTunes eta al benötigt.)
  • Soundcloud hat praktisch alle Voraussetzungen, die führende Podcast-Plattform zu werden.
  • In fact, Soundcloud ist der einzige Player, der es im Podcast-Bereich mit Apples iTunes hätte aufnehmen können.
  • Podcasts plattform-/netzwerkseitig zu dominieren, hätte für Soundcloud einen stark wachsenden Werbemarkt aufgemacht.
  • Gleichzeitig hätten Podcasts als zweiters Standbein dafür gesorgt, dass Soundcloud weniger abhängig wird von der Musikbranche und dem Wohlwollen der Majors (die immer mit Urheberrechtsklagen drohen konnten).

Nichts davon wird jetzt noch passieren.

Jetzt heißt es erst einmal nur noch: Wer wird Soundcloud übernehmen?

Warum Soundcloud 40% der Belegschaft entlässt und warum die Majorlabel daran Mitschuld tragen

Die Musikbranche bleibt eine Katastrophe.

Bloomberg:

SoundCloud, which in January said it was at risk of running out of money, informed staff on Thursday that 173 jobs would be cut. It had 420 employees. The company’s operations will be consolidated to its headquarters in Berlin and another office in New York. Offices in San Francisco and London will be shut.

​Uff.

Soundcloud sieht seit einigen Jahren einen relativen Stillstand, was die Weiteentwicklung angeht; konzeptionell wie auch bei einzelnen Funktionen. Der lizenzierte Streamingdienst on top, a la Spotify und co., Soundcloud Go, war recht offensichtlich eine Richtung, die von den Majorlabeln vorgegeben wurde. Das dürfte viele Ressourcen gebunden haben. Es ist ausgesprochen unklar, ob sich das für Soundcloud jemals rechnen wird. (Ich habe meine Zweifel.)

Dafür sind andere Baustellen einfach Baustellen geblieben. Die Möglichkeit, Soundcloud als Podcasthosting-Plattform (und Podcast-basiertes Netzwerk) zu nutzen, bleibt rudimentär. Nach über einem halben Jahrzehnt, in dem das jetzt möglich ist.

Soundcloud ist von seinem Ziel, das YouTube für Audio heute noch immer so weit weg wie eh und je. Aber dafür bietet man jetzt etwas Spotify-ähnliches an.

Bloomberg:

Alex Ljung, the company’s co-founder and chief executive officer, […] said the company has doubled its revenue over the past 12 months — without providing specifics — and that the cuts put it on a path to profitability.

SoundCloud has roughly 175 million listeners who are drawn to its expansive library of songs, dance mixes, podcasts and other user-generated content uploaded by artists ranging from established stars to bedroom DJs. Popular among passionate young music fans, artists such as Chance the Rapper post material to site before it’s released elsewhere, while record labels use it to scout new talent.

​Woran hapert es? Die Musikbranche ist und bleibt eine Katastrophe. Es ist recht einfach zusammengefasst: Die (verbliebenen) Majorlabel bilden ein Kartell aus Monopolisten, das die Richtung der Musikindustrie bestimmt. Jeder Musikdienst, der sich an den Massenmarkt richtet, muss sich mit diesem Kartell zu 100% einigen.

​Dieser ausgesprochen simple Umstand wird von den Musikern wiederrum nicht erkannt, weshalb diese zum Beispiel Spotify für geringe Ausschüttungshöhen verantwortlich machen, obwohl völlig offensichtlich ist, dass die alleinige Schuld dafür die Majorlabel tragen. (Ich habe darüber und über andere Aspekte des Musikstreamings in Hier & Jetzt 7: Der Status Quo im Musikstreaming letztes Jahr mit Wolfgang Senges ausführlich gesprochen.)

​Die Folge: 2017, 20 Jahre nach Napster, ist keiner der dedizierten großen Musikdienste profitabel. Bloomberg:

While consumer adoption of streaming services has led the world’s largest record labels to see sustained sales growth for the first time since the glory days of the CD, the companies delivering the music online have struggled to make money. Pandora Media Inc. has never had an annual profit and Spotify remains unprofitable. Meanwhile, companies such as Apple and Amazon.com Inc. use music to draw users for their broader businesses.

Dass nicht ein einziger dieser Dienste es in die Profitabilität geschafft hat, obwohl sie alle viele Nutzer und sehr unterschiedliche Modelle haben, lässt Missmanagement ausschliessen und lässt nur einen branchenspezifischen Grund zu.

​Ich habe vor einigen Jahren die Musikbranche in meiner Kolumne im mittlerweile eingestellten Musikmarkt davor gewarnt, die heutigen Dienste mit überzogenen Lizenzforderungen in den Bankrott zu treiben, so wie es die Branche bereits mit der ersten Welle an Musikdiensten Ende der Nuller Jahre gemacht hat.

​Denn die Folge wenn ein Soundcloud oder Spotify allein nicht überlebensfähig sind, ist, dass nur Amazon, Google, Apple und co. Musikdienste anbieten können. Für diese Konzerne ist es relativ egal, ob sie Gewinne mit diesen Diensten machen oder nicht. Für sie ist Musikstreaming nur ein Teil eines größeren Ganzen. Das heißt aber auch, dass sie kein Interesse daran haben, rund um das Streaming Dinge zu entwickeln, die der Musikbranche helfen könnten.

​Wie dem auch sei. Es ist unfassbar, aber Tatsache, dass Spotify und Soundcloud und Pandora, große erfolgreiche Musikdienste, schlicht nie eine profitable stabile Basis erreicht haben und, so wie es aktuell aussieht, wohl nie erreichen werden.

​Die Manager der verbliebenen Majorlabel können einfach nicht anders als quetschen und mitbestimmen bis alles zerbricht.

​Sie sind dazu verdammt, künftig mit den relativ unbedeutenden, für sie zuständigen Abteilungen in den großen Techkonzernen zu verhandeln.

​Weil sie einfach keine erfolgreichen Startups neben sich dulden konnten.

​Glückwunsch.

Warum Zalando den Kurs wechselt und von vielen Apps zu einer umfassenderen App übergeht

Mehrere spezialisierte Apps oder eine große App, die möglichst alles umfasst? Vor dieser Frage stehen alle große Unternehmen, die ihre Angebote auf den kleinen Smartphone-Screen bringen. Das Interessante an der Frage ist natürlich, dass die Antwort auf die Frage „eins oder viele“ situationsabhängig ist. Was für das eine Unternehmen richtig ist, kann für das andere die falsche Entscheidung sein.

Während Facebook nach und nach Apps aus der Hauptapp ausgliedert (Messenger ist der größte Erfolg diesbezüglich; gerade pusht man Groups) und auch kleinere Unternehmen wie Foursquare mit mehreren Apps arbeiten, geht Zalando gerade den entgegengesetzten Weg. Vor anderthalb Jahren hat das Unternehmen mehrere Apps auf den Markt gebracht. Und jetzt hat es immer mehr den Anschein, als ob die eine oder andere App den zweiten Geburtstag entweder gar nicht oder auf dem Sterbebett erleben wird.

Ich habe auf Early Moves über den noch frischen Strategiewechsel geschrieben:

With Zalando Build, Zalando is working on building services right into the main app in a platform fashion. When we broke the news about Zalando Build, we asked ourselves what this new strategy means for Zalando’s mobile app strategy […]

At the big annual press event (slightly condescendingly called “Playday”)
that precedes Zalando’s capital markets day every year, I got to ask Robert Gentz, one of Zalando’s founders and co-CEOs, about the the company’s strategy going forward regarding their mobile apps.

Gentz told us that they see, essentially, fewer and fewer apps winning in the mobile space. Thus they prefer concentrating on the main app and bringing more into the main app. […]

Nicolas Borg, VP Distributed Commerce & Strategy at Zalando, was even more blunt. He told us that Zalando does not want to divert attention away from the main business.

This makes it obvious that, going forward, Zalando is going the single-app route.

The only apps that won’t be affected by this, one presumes, are Zalando Lounge and Zalon. Both have a distinct enough business model, but are also more closely a part of Zalando’s brand.

​Es ist natürlich noch offen, ob und wenn ja, wie, die Integration von Services von Dritten in die Hauptapp von Zalando funktionieren wird.

Wie die Naivität von Presseverlegern und Redakteuren zur Torpedisierung jeder Urheberrechtsreform führt

Täglich grüßt das Murmeltier beim Thema Urheberrecht, heute zum Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz. Céline Lalé auf irights.info („Reform mit Ausnahme: Ein unnötiges Geschenk für Zeitungsverlage“) über die Extrawurst für Presseverlage:

Eine Interessengruppe sticht aus der Diskussion besonders hervor: die Presseverleger. Interessant daran ist, dass sie von dem Gesetz eigentlich nicht betroffen sind – vor allem nicht in ihrem Kernmarkt. Nichtsdestotrotz hat die Bundesregierung ihnen gut zugehört, und auch der Rechtsausschuss konnte am Ende die lautesten Schreie wohl nicht mehr überhören. Zu groß war der Druck aus der Öffentlichkeit, die über Wochen hinweg mit Schlagworten wie „Enteignung“ und „Gefährdung der Pressefreiheit“ überhäuft wurde.

​Was sich durch die Intervention ändert:

Zum einen treten die Änderungen des neuen Gesetzes befristet in Kraft. Zum anderen werden Artikel aus Zeitungen und Zeitschriften von den Schrankenregelungen ausgenommen.

Die Bestimmungen für Wissenschaft und Bildung (Paragraf 60a-h in neuer Fassung) gelten zunächst nur auf fünf Jahre befristet. Nach Ablauf dieser Frist sind die neuen Regelungen nicht mehr anwendbar und auch die alten Schranken leben nicht wieder auf. Das führt zu Rechtsunsicherheit und hat sich auch in der Vergangenheit nicht bewährt.

​Es geht noch weiter:

Über die Befristung kann man sich ärgern, über die zweite Änderung muss man sich empören. Zeitungs- und Zeitschriftenartikel werden nicht mehr von den Schrankenregelungen für Bildung und Forschung erfasst. Das heißt im Klartext: Ein Artikel aus der FAZ über das Gesetz darf beispielsweise nicht von einer Forscherin oder einer Schülerin kopiert werden, die einen Vortrag über „Desinformation im postfaktischen Zeitalter“ halten möchte. Möchte ebendieser Mensch dagegen abends einem Freund davon erzählen, und bringt er zur Veranschaulichung eine Kopie des Artikels mit, dann greift die Schranke des Paragrafen 53 Urheberrechtsgesetz, nach der Privatkopien erlaubt sind.

​Die Phalanx von FAZ und BILD-Zeitung ist auch 2017 undurchdringlich in Sachen Urheberrecht.

Beide, aber auch andere Publikumsmedien in Deutschland, sind auch weiterhin nicht in der Lage, ansatzweise ausgeglichen über das Thema zu berichten. Zu nah sehen sie es an ihrem Geschäftsmodell, und damit direkt an den Töpfen, aus denen die Gehälter der Akteure kommen.

Aber: Wenn man einmal genauer hinschaut, sieht man schnell, dass nichts von dem, was nun verhindert/geschwächt wurde, die Geschäftsmodelle der Presseverlage massgeblich berührt.

Die jahre-, man muss schon fast sagen jahrzehntelange, Kampagne von FAZ und co. für Urheberrechtsmaximalismus fusst auf einem naiven Verständnis des eigenen Geschäfts. Dieses Verständnis, verbreitet bei Redakteuren wie Verlegern, könnte schlichter nicht sein:

  1. Wir machen urheberrechtlich geschützte Sachen.
  2. Urheberrecht schützt unsere Sachen.
  3. Profit.

Es fühlt sich an wie eine South-Park-Folge.

Der irre, fanatische Urheberrechtsmaximalismus ist im Grunde also eine Konsequenz des Umstands, dass die meisten deutschen Journalisten den Medienmarkt und damit ihre eigene Branche im Grunde nicht verstehen. Das trifft, erstaunlicherweise, auch auf Verleger zu. (Wäre es anders, würden sich die Verleger und ihr Verband gut überlegen, wann sie die größten Keulen herausholen und wann nicht. Aktuell werden sie schlicht immer herausgeholt. Es ist immer alles gleich der Anfang vom Ende. Weil man „das Urheberrecht“ mit dem eigenen Geschäftsmodell gleichsetzt.)

Man kann mit maximalem Urheberrecht gegen die Kopierwut des Internets ankämpfen. Selbst wenn man damit für einen selbst erfolgreich ist (<-fraglich), ändert das nichts daran, dass der Rest der Gesellschaft in einer Welt lebt, in der wir von Knappheit zu Überfluss an den für Presseverlage entscheidenden Stellen übergegangen sind. Medien wie Buzzfeed oder Axios denken das auf unterschiedlichste Arten in ihren Ansätzen mit.

Wenn man das nicht mitdenkt, passiert so etwas wie Spiegel Daily. Es gehört durchaus alles zusammen. Augen zu, Ohren zu und auf Regulierung hoffen, ist kein Erfolgsrezept, auch wenn man das Ohr der Bundesregierung hat.

Während Irrfahrten wie Spiegel Daily nur dem Verlag selbst schaden, bringt der Urheberrechtsmaximalismus dagegen enorme gesellschaftliche Kollateralschäden mit sich.

Das Presseleistungsschutzrecht gehört natürlich in die gleiche Schublade.

Zum Abschluss noch, wie Céline Lalé Superkräfte bei der Selbstbeherrschung beweist:

Wer jedoch mit Schlagworten wie Enteignung und Pressefreiheit um sich wirft, sollte fundierte Gründe vorbringen können, warum sie oder er der Meinung ist, diese verfassungsrechtlichen Garantien seien gefährdet.

Andernfalls wird der Anschein erweckt, man wolle eine breite Öffentlichkeit durch gezielte Desinformation für die eigenen Ziele instrumentalisieren.

‚Tmall Genie‘ und warum Voice für Alibaba gefährlich werden kann

Ein Echo-ähnliches Gerät von Alibaba war unvermeidbar. Jetzt ist es hier: Das Tmall Genie X1.

Bloomberg:

Alibaba’s “Tmall Genie X1” will go for 499 yuan ($73) to the first 1,000 people during a one-month trial, coming in below Apple’s $349 HomePod and the roughly $180 Echo. Its biggest competitor, Tencent Holdings Ltd., is developing a voice-activated digital speaker that could hit the market within months, Tencent President Martin Lau said in a May interview. And on Wednesday, Baidu Inc. showed off its own “DuerOS” personal assistant.

Ich habe auf Early Moves kurz darüber geschrieben: „Alibaba’s Echo-Like Speaker ‚Tmall Genie‘ and the Future Chinese Voice Market„:

It‘s interesting (disappointing even) that Alibaba chose a name close to its Tmall marketplace. It‘s like Amazon calling its speaker the ‚Amazon Marketplace Echo‘. „Tmall Genie“ is even the wakeword. […]

Only general interest platforms will be successful, as we laid out a year ago in „Post-PC Online Retail: Why and How Amazon is Building the Alexa Voice Platform„, one of our most popular articles.

Wie wichtig es für Amazons Alexa-Plattform ist, dass es eine generelle, potenziell alles umfassende Plattform ist, lässt sich kaum überschätzen. Eine reine Voice-Plattform, auf der man Musik hören und Zahnpasta bestellen kann, aber sonst nichts weiter machen kann, hätte keine Chance gegen konkurrierende Plattformen, die über Drittanbindungen („Apps“ oder „Skills“) alle use cases abdecken können.

Amazon, das ultimative Plattform-Unternehmen, hat das verstanden.

Wenn Alibaba das nicht versteht, könnte Voice Alibabas chinesischen E-Commerce-Thron mittelfristig ins Wanken bringen. Denn alles, was besser -bequemer- über Voice abgedeckt werden kann, wird über die dominante Voice-Plattform laufen:

Voice will become an important part in repeat orders for fast moving consumer goods. If Tencent (and hence WeChat merchants) would own this market, Alibaba would be in deep trouble.

So weitreichend wie Multitouch: Mit ARKit beginnt die Augmented-Reality-Ära

Apple hat auf der WWDC mit ARKit die wichtigste iOS-Neuerung der letzten Jahre vorgestellt. (Das Einführungsvideo kann man hier ansehen.) ARKit wird diesen Herbst mit iOS 11 Einzug auf den iPhones halten.

Das Entscheidende: ARKit macht die Umsetzung von Augmented Reality in Apps kinderleicht. Das Betriebssystem übernimmt alle schweren Aufgaben. Das hat zur Folge, dass jetzt jede/r mit Augmented Reality (AR) auf iOS experimentieren kann.

Im Gegensatz zu Virtual Reality (VR), das in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit bekommen hat, ist in meinen Augen AR die wahre Revolution. Während VR die nächste Evolutionsstufe von Filmen und Videospielen ist (und eigene Genres hervorbringen wird), ist AR eine zusätzliche neue Art, mit Computern zu interagieren.

Man muss Augmented Reality auf einer Stufe mit Tastatur+Maus und Multitouch sehen: AR ist eine neue Input/Output-Methode. Mit ARKit fängt diese Geschichte jetzt an.

Ich habe auf Early Moves über AR und den Onlinehandel geschrieben:

Augmented reality represents the camera becoming a new input/output method. Snapchat and Pokemon Go were just the first representations of how powerful AR will be. This new interaction method will be on par with multitouch.

The impact of ARKit itself is unleashing the potential of AR for the simple reason that it is becoming easier/less costly to do AR on iOS now. It can hardly be overstated how important this is.

This means also new ways for online retailers to not just present products but to create a user experience not possible before.

To get a sense of what will be possible, have a look at the first experiments with AR at the ‚Made With ARKit‘ website.

Wie einfach einsetzbar und technisch weit die Technologie bereits heute ist, kann man gut an schnell umgesetzten Hobbyprojekten wie diesem Experiment eines Tesla-Fans sehen:

Die, im Verhältnis zu vorher, extrem leichte Implementierbarkeit von ARKit ist hier die eigentliche Sensation.

Für den Onlinehandel zum Beispiel entstehen damit neue Wege der Produktdarstellung und -entdeckung. Ich auf Early Moves:

Now imagine a home&living online retailer, say, like Wayfair, not just offering AR furniture placement (which soon enough will become table stakes) but also intelligently analysing your room and offering items that would fit in and placing them for you. Just to inspire you. Similar things are imaginable for fashion.

AR and machine learning together will lead to new, exciting ways in discoverability.

The Verge hat einige der ersten ARKit-Experimente zusammengefasst in diesem Video:

Mobile AR-Spiele werden ein interessantes neues Genre darstellen:

Hier beginnt, noch wenig beachtet, eine Revolution.

Noch einmal: Augmented Reality wird in der Bedeutung langfristig auf einer Stufe mit Multitouch stehen.