Gawker: Weniger sichtbare Kommentare führen zu mehr und besseren Kommentaren

Das ist interessant. Der folgende Chart zeigt die Kommentaranzahl pro Monat auf den Gawker-Blogs über den gesamten Zeitraum:

gawker

Der Grund für den Einbruch der Kommentare liegt in der Implementierung eines neuen, restriktiveren Kommentarsystems:

In essence, Gawker’s “class system” means unknown commenters get stuck behind a “show all discussions” link few users will click. What most readers will see are only the musings of trusted commenters and the few comments from the riff-raff that either Gawker staff or trusted commenters have decided to promote — the “featured discussions.” (The system also put the most recent comments on top, not on bottom as at most sites. That would seem to reduce the possibility that a dumb early comment would sway the chain of comments that follow it into irrelevance.)

Interessant dabei: Nach kurzer Zeit geht die Kommentaranzahl in die Höhe, und zwar stärker als sich mit dem regulären Wachstum der Blogs erklären lässt.

Der Gawker-CTO spricht von einer höheren Quantität und Qualität der Kommentare. Zumindest für das Gawker-Blog Lifehacker, das ich regelmäßig las, kann ich das bestätigen. (Wobei die Kommentare auf Lifehacker schon immer gut waren.)

Eine simple Kommentarspalte ist eben nicht der Weisheit letzter Schluss.

Mehr zum Medienwandel

Axel Springer ist schon lange kein Presseverlag mehr

Reuters über das Jahresergebnis für 2017 von Axel Springer:

Das digitale Geschäft steuerte im vergangenen Jahr bereits 80 Prozent des Gewinns bei und rund 72 Prozent des Konzernumsatzes. Größter Wachstumstreiber war erneut das Geschäft mit Job-, Immobilien- und Autoportalen. Auf dieses sogenannte Rubrikengeschäft entfielen rund 64 Prozent des Ebitda.

Angesichts dieser Zahlen wird es langsam bizarr, dass (beispielsweise) Reuters noch vom „Axel-Springer-Verlag“ spricht. Weiterlesen

Was uns Facebooks gescheitertes Zwei-Feeds-Experiment über das Distributionsdilemma von Massenmedien lehrt

Facebook hat erkannt, dass die Leute lieber nur einen gemeinsamen Feed statt zwei separate Feeds -einen für Freunde und Familie, einen für Medien- haben.

Aus dem Facebook Newsroom:

To understand if people might like two separate feeds, we started a test in October 2017 in six countries. Weiterlesen

Warum Apples neues Podcastanalyse-Tool wichtig ist

Apple hat letzte Nacht das angekündigte Podcast-Analysetool gestartet. Recode:

For instance, podcast creators can now see (aggregated and anonymized, not device- or user-specific) data about when listeners stopped listening to a particular episode.

Warum das wichtig ist: Bis dato gab es für Podcasts nur Download-Daten, keine Informationen zum Hörverhalten. Sprich: Wer eine MP3-Datei herunterlädt, wird mangels Alternativen als jemand gezählt, die die komplette Folge angehört hat. Weil Podcasts auf RSS basieren und iTunes das größte und wichtigste Podcast-Verzeichnis ist, auf das alle Podcast-Apps zurückgreifen, ist allein Apple in der Lage detailliertere Informationen auf signifikanter Datenbasis zu erfassen. Mehr/andere Informationen über das Medienkonsumverhalten verändert zwangsläufig das Verhältnis zwischen Werbekunden und Medium. Podcasts boomen seit einigen Jahren als Medium seit es mit mobilen Apps bequem wurde, Podcasts zu hören.

Mehr auf Recode: Weiterlesen

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About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als (Senior) Strategy Analyst bei Exciting Commerce, schreibt für verschiedene Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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