Facebook-CTO sieht kommende Disruption der Medien durch Social Networks

Facebook-CTO Bret Taylor sieht Medien als nächsten Bereich, der massgeblich von einer tief reichenden Transformierung durch Social Networks betroffen sein wird.

Facebook, das nicht nur das größte Social Network der Welt ist, sondern auch konsequent auf eine Plattform-Strategie setzt, wird dafür neben Twitter wohl besonders wichtig sein.

Taylor gegenüber der BBC:

We haven’t seen tons of other industries as impacted as games by Facebook, and we think that the next big change is seeing the next few industries being disrupted by social platforms in the same way gaming has been.

If we had to guess, it’s probably going to be orientated around media or news, because they are so social. When you watch a television show with your friend, it’s such an engaging social activity.

We think that there’s a next generation of startups that are developing social versions of these applications, where what Zynga is to gaming, they will be to media and news, and we’re really excited about that.

Taylor fasst auch die Sichtweise von Facebook auf sich selbst noch einmal gut zusammen:

Facebook is both a destination site that people visit every day and interact with their friends, and also a platform on which a lot of different companies build social technology into their applications.

Facebooks Bedeutung als Plattform wird oft noch zu wenig beachtet. (Die Plattform macht Facebook auch gleichzeitig zum offensten der etablierten Social Networks.)

Facebook selbst setzt auch bei den mobilen Angeboten auf eine Strategie, die von Presseverlagen adoptiert werden sollte, statt sich in verhältnismäßig kleinen geschlossenen Systemen mit nativen Apps zu zerreiben:

With all these mobile devices, there’s a huge amount of platform diversity now. When we update the Facebook product we have to update about seven different versions. We have to update the website that runs on your PC, the iPhone app, the Android app, the Blackberry app, the mobile site and a number of other device-specific versions of Facebook.

[..]

Because of that, I think we’re spending a lot of our time investing in HTML 5. It’s the code name, if you will, for the next generation of web technology that’s optimised for mobile devices, and optimised to feel more like native applications.

Meines Wissens nach setzt lediglich ZEIT Online als deutsches Mainstreammedium konsequent auf HTML5 für sein iPad/Tablet-Angebot.

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For instance, podcast creators can now see (aggregated and anonymized, not device- or user-specific) data about when listeners stopped listening to a particular episode.

Warum das wichtig ist: Bis dato gab es für Podcasts nur Download-Daten, keine Informationen zum Hörverhalten. Sprich: Wer eine MP3-Datei herunterlädt, wird mangels Alternativen als jemand gezählt, die die komplette Folge angehört hat. Weil Podcasts auf RSS basieren und iTunes das größte und wichtigste Podcast-Verzeichnis ist, auf das alle Podcast-Apps zurückgreifen, ist allein Apple in der Lage detailliertere Informationen auf signifikanter Datenbasis zu erfassen. Mehr/andere Informationen über das Medienkonsumverhalten verändert zwangsläufig das Verhältnis zwischen Werbekunden und Medium. Podcasts boomen seit einigen Jahren als Medium seit es mit mobilen Apps bequem wurde, Podcasts zu hören.

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About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als (Senior) Strategy Analyst bei Exciting Commerce, schreibt für verschiedene Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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