Der vierteljährliche Blogs-sind-tot-Artikel

Die New York Times veröffentlicht ihren vierteljährlichen Die-Blogs-sind-tot-Artikel. Also werden die hiesigen NYT-Abschreiber bald nachziehen. Tradition ist Tradition.

Deswegen hier schonmal Matt Mullenweg, CEO von WordPress, zu den Aussagen im NYT-Artikel:

The title was probably written by an editor, not the author, because as soon as the article gets past the two token teenagers who tumble and Facebook instead of blogging, the stats show all the major blogging services growing — even Blogger whose global “unique visitors rose 9 percent, to 323 million,” meaning it grew about 6 Foursquares last year alone. (In the same timeframe WordPress.com grew about 80 million uniques according to Quantcast.)

Tatsächlich sterben die Blogs natürlich nicht aus, vielmehr erleben wir gerade eine Ausdifferenzierung von verschiedenen Kommunikations- und Publishingsystemen, die wiederrum alle über das Netz in der einen oder anderen Form verknüpft sind. Privatpersonen, die regelmäßig Texte und anderes auf ihren eigenen Webpräsenzen veröffentlichen, wird es genau so weiter geben, wie Unternehmen unterschiedlicher Größen, die das Gleiche kommerziell betreiben.

Zum Verhältnis zwischen Blogs und Twitter, Facebook und co. hatte ich vor einiger Zeit ausführlicher geschrieben: Ausdifferenzierung: Twitter und Facebook verdrängen nicht, sondern verbreiten Bloginhalte

Mehr zum Medienwandel

Was uns Facebooks gescheitertes Zwei-Feeds-Experiment über das Distributionsdilemma von Massenmedien lehrt

Facebook hat erkannt, dass die Leute lieber nur einen gemeinsamen Feed statt zwei separate Feeds -einen für Freunde und Familie, einen für Medien- haben.

Aus dem Facebook Newsroom:

To understand if people might like two separate feeds, we started a test in October 2017 in six countries. Weiterlesen

Warum Apples neues Podcastanalyse-Tool wichtig ist

Apple hat letzte Nacht das angekündigte Podcast-Analysetool gestartet. Recode:

For instance, podcast creators can now see (aggregated and anonymized, not device- or user-specific) data about when listeners stopped listening to a particular episode.

Warum das wichtig ist: Bis dato gab es für Podcasts nur Download-Daten, keine Informationen zum Hörverhalten. Sprich: Wer eine MP3-Datei herunterlädt, wird mangels Alternativen als jemand gezählt, die die komplette Folge angehört hat. Weil Podcasts auf RSS basieren und iTunes das größte und wichtigste Podcast-Verzeichnis ist, auf das alle Podcast-Apps zurückgreifen, ist allein Apple in der Lage detailliertere Informationen auf signifikanter Datenbasis zu erfassen. Mehr/andere Informationen über das Medienkonsumverhalten verändert zwangsläufig das Verhältnis zwischen Werbekunden und Medium. Podcasts boomen seit einigen Jahren als Medium seit es mit mobilen Apps bequem wurde, Podcasts zu hören.

Mehr auf Recode: Weiterlesen

Die Audible-Podcasts und die Abhängigkeit der deutschen Medien von Mittelsmännern

Audible-Podcasts

Mittelsmann errette uns.

Jens Twiehaus gestern auf turi2: Weiterlesen

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About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als (Senior) Strategy Analyst bei Exciting Commerce, schreibt für verschiedene Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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