Wortwahl! Die unerlaubte Zweckentfremdung der Daten durch Cambridge Analytica war kein Datenbreach

Ja, beim Datenmissbrauch duch Cambridge Analytica Diskussion auf Twitter hierzu möchte ich auch auf diesen Text auf Motherboard verweisen: „Why We’re Not Calling the Cambridge Analytica Story a ‚Data Breach'“:

Many security experts and researchers—and Facebook itself—believe [data breach] is the wrong expression to refer to what happened here.

“It is incorrect to call this a ‘breach’ under any reasonable definition of the term,” Facebook’s chief security officer Alex Stamos wrote in a deleted tweet.

Facebook’s vice president and deputy general counsel Paul Grewal wrote that “the claim that this is a data breach is completely false,” because the researcher who made the app obtained the data from “users who chose to sign up to his app, and everyone involved gave their consent.” […]

Hier der Fall in einer Nussschale:

In 2014, when Kogan collected the data of 50 million people, he was playing by the rules. At the time, Facebook allowed third party apps to collect not only the data of the people who consented to giving it up, but also their friends’ data. The company later shut down this functionality.

Facebook says the data was misused because Kogan told Facebook he would use it only for academic research. But that might be the only anomalous thing about this case.

So weit zum Breach, der keiner ist.

Abschließend noch eine Randnotiz. ​Hier kommt die linke Brille von Motherboard zum Tragen:

We agree not because we want minimize the significance of the Cambridge Analytica story, but because the real story is far more troubling: This data collection was par for the course. In other words, it was a feature, not a bug. And while the process that Kogan exploited is no longer allowed, Facebook still collects—and then sells—massive amounts of data on its users.

​Das ist natürlich falsch. Facebook „verkauft“ nicht große Datenmengen seiner Nutzer. Facebook macht das Gegenteil. Es nutzt die Daten, um Zugang zu den Nutzern zu verkaufen. Targeting. Facebook verkauft (zum Beispiel) nicht „Marcel Weiß und seine persönlichen Daten“1. Facebook verkauft (zum Beispiel): Zugang zu Männern in ihren Dreißigern, die im Prenzlauer Berg in Berlin leben, Mouse on Mars mögen und sich für Technologie und Wirtschaft interessieren. Wer auch immer so jemanden bewerben will, kann das über Facebook tun.

​Facebooks wichtigstes Asset sind die Nutzerdaten. Deshalb wird Facebook diese niemals verkaufen. Das Unternehmen braucht die Daten, um Werbung auf Facebook so effizient zu machen, wie sie heute ist.

​ Der Unterschied ist signifikant. Umso erstaunlicher, wie egal Journalisten hier ist.


  1. Das machen nur Presseverlage in Deutschland mit ihrem Listenprivileg, aber ich schweife ab. 

Was 100 Millionen Amazon Prime-Accounts wirklich bedeuten

Amazon-Prime-2018

Endlich eine vernünftige Ansage von Jeff Bezos. Statt relativer Wachstumszahlen die erste Zahl, wie viele Prime-Accounts Amazon weltweit hat.

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„Facebook hasn’t taken our data—they have created it.“

Alex Tabarrok auf Marginal Revolution:

Facebook, Google and other tech companies are accused of stealing our data or at least of using it without our permission to become extraordinarily rich. Now is the time, say the critics, to stand up and take back our data. Ours, ours, ours.

In this way of thinking, our data is like our lawnmower and Facebook is a pushy neighbor who saw that our garage door was open, took our lawnmower, made a quick buck mowing people’s lawns, and now refuses to give our lawnmower back. Take back our lawnmower! Weiterlesen

Macht der Bündel: Wie Spotify Amazon Prime gefährlich werden kann

Spotify-hulu

Teil 1 unseres großen Bündel-Thementages. Spotify bietet ein Abo-Bündel mit dem US-amerikanischen TV-Streaming-Anbieter Hulu an.

Warum es wichtig ist: Es gibt bekanntlich zwei Wege, Geld zu verdienen: Angebote entbündeln und Angebote bündeln. Spotify könnte mit der Hulu-Kooperation den Weg zu einer sehr profitablen Zukunft gefunden haben, die mittelfristig sogar Amazon Prime zu schaffen machen könnte. Da Prime wichtige Teile des Onlinehandel und des TV-On-Demand-Streamings bedroht dicht zu machen, wären schnell weitere Partnerschaften zwischen Spotify und Abo-Anbietern aus anderen Sektoren nicht überraschend. Weiterlesen

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About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als (Senior) Strategy Analyst bei Exciting Commerce, schreibt für verschiedene Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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