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Deutsches Facebook “in wenigen Wochen”

Robert Scoble hat in Davos mit Facebook-CEO Mark Zuckerberg über Gott Facebook und die Welt gesprochen. Das Wichtigste:

They are within weeks of shipping translated versions of Facebook.

Interessant auch:

They are working on a major overhaul of the application platform. Both to make apps less spammy and also to deliver much more functionality so more apps move beyond the viral, but pretty low feature, styles of apps.

und

I told him that Facebook’s messaging capabilities was both cool but also very limiting. Cool because, unlike my email, there isn’t spam. Limiting because I can’t join more people into a conversation thread after it starts. He told me that Facebook will see major changes in its architecture that would allow outside developers to build new capabilities in major parts of its service, which will help Facebook to see the features that I want to have.

Alles in Allem interessante Einsichten, die mich in meiner Wahrnehmung bezüglich Facebooks Plattform bestätigen: Wir sind immernoch am Anfang.

OpenSocial: Google vereint Social Networks unter gemeinsamer Schnittstelle

Das ging schnell und weiter als erwartet: Als vor rund einem Monat Googles Pläne zur Öffnung und Bereitstellung einer Programmierschnittstelle (API) ähnlich der von Facebook bekannt wurden, war das bereits Big News. Aber das heute bekannt Gewordene übersteigt das noch:

Googles neues Projekt OpenSocial (live ab morgen laut Techcrunch) wird auf Grundlage einer als Standard fungierenden API es ermöglichen, Applikationen für mehrere Social Networks schreiben zu können. Das heißt, man muss nur einmal eine Applikation schreiben und diese funktioniert dann auf allen Social Networks, die bei Googles OpenSocial dabei sind (und die eigene App zulassen, das ebenfalls teilnehmende Xing wird den Zugang beispielsweise nur ausgewählten Webapps gewähren).

Die beteiligten Social Networks sind im Grunde alle Wichtigen außer Myspace und Facebook:

(Auffälligerweise fehlt Bebo)

Auch auf Applikationanbieterseite sind von Anfang an verständlicherweise einige Großen dabei: Flixster, iLike, RockYou und Slide. Hinz und Kunzappentwickler werden hier bald schnell folgen.

Auch technisch geht Google das Ganze geschickt an laut Techcrunch:

Unlike Facebook, OpenSocial does not have its own markup language [..]. Instead, developers use normal javascript and html (and can embed Flash elements). The benefit of the Google approach is that developers can use much of their existing front end code and simply tailor it slightly for OpenSocial, so creating applications is even easier than on Facebook.

OpenSocial wird die Landschaft der Social Networks grundlegend verändern.

Denn was hat Google letztlich gemacht? Es hat die Idee hinter Facebooks API, die Öffnung der eigenen Seite, genommen und den nächsten logischen Schritt gemacht. Nach der balkanisierten Öffnung eigenbrötlerischer Plattformen kommt jetzt die Standardschnittstelle für alle teilnehmenden Plattformen. Eine Standardisierung unter Googles Zepter. Für die Geschwindigkeit in der das geplant, konzeptioniert und nun bald umgesetzt wird, muss man Google Respekt zollen.

Unter diesen neuen Nachrichten von heute und gestern, erscheint der Microsoftdeal mit Facebook mittlerweile im Rückblick wie unvermeidbar: Facebook braucht mehr denn je Kapital um sich in diesem Umfeld weiterhin behaupten zu können. Und Google wird als Rädelsführer des vielleicht bald wirtschaftlich wichtigsten Standards im Web noch mächtiger. Die Verbündung mit Facebook scheint Microsofts einzige Chance zu sein, hier überhaupt noch mit im Sandkasten sitzen zu dürfen.

Das heißt im kommenden Plattform-Krieg 2008 haben wir dann 3 Parteien:

  • Facebook und Microsoft
  • Myspace
  • Google und seine Allianz der willigen Social Networks

Game on.

—-

weitere Meinungen:

Techcrunch hatte den Scoop und einige Details: Details Revealed: Google OpenSocial To Launch Thursday

VentureBeat Google-led gang to take on Facebook — Google’s OpenSocial to launch:

Another big name that is absent from the list is Yahoo. While the real significance of the grouping is not yet known, for Yahoo to miss the boat on this wouldn’t be good.

Marc Andreessen Open Social: a new universe of social applications all over the web: Sehr ausführlich und lesenswert. Empfehlung!

Technically, Open Social is implemented as what I call a “plug-in API”, or a “Level 2 platform”. In other words, it’s not a web services API — rather, it’s a way for external applications to “plug into” a host environment (or “container”). And then, in addition to literally showing up inside the pages of a container, the external app can make Javascript calls to retrieve all kinds of useful information from the container and perform all kinds of useful functions within the container, such as “give me a list of all of this user’s friends” or “inject this event into this user’s activity feed”.

Open Social basically standardizes the concept of a plug-in API in such a way that neither host social networking environments (containers) nor external applications will ever have to invent another plug-in API, or have to choose between multiple competing proprietary plug-in APIs.

Scobleizer Will Google “Friendster” Facebook?

Anyone remember Friendster? It was an early entrant into the social networking scene. If they had done their work right they SHOULD have been a much bigger player than they are now.

Techmemeaggregation

deutsche Beiträge:

zweinull.cc OpenSocial: Google verbündet internationale Social Networks – auch Xing?:

Allerdings gibt allein die Tatsache, dass Google Initiator dieses Coups ist und die Zügel in der Hand hat, Grund zu der Annahme, dass hier etwas Grundlegendes, möglicherweise sogar Revolutionäres im Entstehen ist.

Ist Facebooks neues Werbemodell der Alptraum aller Datenschützer?

Facebook, das durch die jüngste Finanzierung auf stolze 15 Milliarden $ bewertet wird, plant seit längerem ein eigenes neues Werbemodell. Bisher wusste man nichts Genaues dazu. Bis heute. Details, die besonders Datenschützer aufhorchen lassen dürften. Der gläserne Konsument wird Ihnen präsentiert von Facebook. Und Microsoft. Deren Investition unter diesem Licht gar nicht mehr so unglücklich erscheint.

Social Networks dürften generell nicht gerade als das Paradies für Datenschützer zu bezeichnen sein. Facebooks Werbemodell scheint da aber am 6. November nochmal einen großen Scheit im lodernden Privacyfeuer nachzulegen :

When Facebook launches its “SocialAds” advertising product on November 6th, the technology will reportedly rely on cookies — unique identifiers sent to each user’s computer from Facebook, and returned to Facebook when they visit sites — to identify users and serve them contextually relevant ads on sites across the web.

Holy crap.

Personalisierbarer wird Werbung nicht: Werbung auf Grundlage der Informationen von den Profilen in Verbindung mit der entsprechenden Ausrichtung der angesurften Seite. Das ist eine Dimension mehr als AdSense zur Verfügung hat .

Advertisers will be able to clearly see interests in beer and other such personal information for 50 million Facebook users, for the first time. Right now, the ad networks record actions like surfing or clicking, but lack specific data about what you’re actually trying to accomplish through your actions.

Und die Werbereichweite auf das ganze Web auszubreiten? Das ist brilliant. Hats off. Zuckerberg und sein Team sind wirklich zur Zeit die innovationstreibende Kraft im Valley schlechthin.

Fazit

Ja, das könnte der GoogleAdsense-Killer sein. Vorausgesetzt Facebook wird das weltgrößte SocialNetwork (und ehrlich gesagt zweifle ich daran seit Sommer diesen Jahres nicht mehr).

Und die User?

Cookietracking gibt es schon lange in der Onlinewerbewelt. Deswegen weise ich auch so viele Adcookies wie möglich ab. Aber Cookietracking in Verbindung mit den Informationen aus den Profilen auf Facebook? Das hat eine neue Qualität.

Die, die fest im Browsersattel sitzen, werden, wenn Facebooks Werbemodell erfolgreich werden sollte, bald ein Äquivalent zum CustomizeGoogle-Addon (erlaubt unter Anderem das Anonymisieren des Google-Cookies) zur Verfügung haben und nutzen. Alle Anderen werden wohl wie die Schäflein zur Datenschutzschlachtbank geführt werden.

Here it comes, the Facebook-Juggernaut.


siehe Techmeme für weitere Reaktionen in den USA

1.6% für 240 Millionen: Microsoft beteiligt sich an Facebook

WSJ.com:

Microsoft Corp. agreed to invest $240 million for a 1.6% stake in Facebook Inc. that values the social-networking site at $15 billion, beating Google Inc. in a closely watched contest.

As part of the deal, the two companies expanded their existing advertising agreement. Microsoft, which previously handled Facebook’s U.S. ad sales, will now also sell the site’s international advertising.

was das unter Anderem bedeutet:

  • Facebook hat jetzt genug Cash, um weiter wachsen zu können (Serverlasten machten in letzter Zeit zu schaffen, Facebook schafft zur Zeit massiv an Hardware an)
  • lokalisierte Versionen dürften damit mittlerweile greifbar nahe sein
  • ein Börsengang ist damit auf absehbare Zeit nicht notwendig
  • es sieht so aus, als hätte Google in facebook tatsächlich einen potenten Antagonisten gefunden

Was ich davon halte:

Microsoft ist schwach im Internet aufgestellt. Gleichzeitig hat man obszön viel Geld in der Tasche.

Auch wenn der Deal eher, naja, sagen wir mal, mit Zuckerberg wöllte ich jetzt keinen Pokerabend verbringen wollen, mit Ballmer schon, also eher schlechte Bedingungen für Microsoft mit sich bringt, ist die Entscheidung strategisch doch auch für Microsoft clever. Microsoft hat einen Fuß in der Tür.

Zum ersten Mal seit Googles Siegeszug ist Microsoft an einem erfolgversprechenden Gegenentwurf zum Suchriesen beteiligt. Das und die Tatsache, dass das Potential von Facebook noch nicht abzuschätzen ist, lässt den Deal für Microsoft nicht so dumm aussehen, wie er vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag.

Im Gegensatz zu Anderen sehe ich das also nicht ganz so negativ (wenn ich den Dada dort jetzt richtig interpretiert habe - UPDATE: Robert hat mittlerweile noch einen Text zum “pfft pfft” nachgeschoben).

UPDATE: ein paar ausgewählte Stimmen

Nico Lumma sieht ebenfalls den Fuß. (was für ein Satz)

Facebook: Why Microsoft’s buy makes sense - - mathewingram.com/work - sehr lesenswert

Marc Andreessen vergleicht Ballmer-Zitate

GigaOM hat noch ein paar aktuelle Zahlen zu Facebook:

*U.S traffic to Facebook.com has risen 102 percent year-over-year when compared with the week ended 10/21/06.

Facebook: Freundgruppen kommen, Status via Twitter, Firefox-Toolbar, anstehende Lokalisierung

Vor einem Monat hatte ich noch darüber nachgedacht, dass Facebook dringend eine Funktion zur Gruppierung von Freunden braucht, um weitreichendere Privatsphäre-Einstellungen zu ermöglichen. Und mich damals über die Gerüchte zu einer anstehenden Implementierung gefreut. Jetzt ist genau diese Funktion offiziell in der Roadmap erwähnt :

In the Works

Sort out your friends.

We’ll let you organize that long list of friends into groups so you can decide more specifically who sees what.

Da freut man sich. So wie ich das einschätze, dürfte das in den nächsten Wochen, mindestens aber noch diesen Monat, implementiert werden.
An anderer Stelle wird es als Killer-Feature beschrieben. Dem kann ich mich nur anschließen: In Verbindung mit der Plattform wird mit diesem Feature facebook nichts mehr aufhalten können auf dem Weg zum Metanetzwerk, auf dem man alle Fäden zusammenlaufen lassen kann. Haltet Eure Masken bereit!

*

Eine Anpassung der facebook-API erlaubt es jetzt, den Facebook-Status direkt von twitter aus zu ändern. Man muss lediglich in der Twitter-App auf Facebook die entsprechende Einstellung vornehmen (bezeichnenderweise kann ich zur Zeit auf die App nicht zugreifen, ah well). Die Statusänderung erfolgt nur alle 30 Minuten, Twittermaniacs können also nicht die Newsfeeds hijacken. Sinnvoll, finde ich.

*

Last not least Boost: eine Firefox-Toolbar für Facebook-Nutzer. Die Features:

* Boost Toolbar with pop-up notifications
* Ability to update your status from toolbar
* Friend sidebar with status updates
* View hidden albums and photos
* Auto-refresh homepage
* Rollover any picture for full size view
* Hide all applications and related info
* Hide all advertisements
* Poke-o-matic poke option
* Redesign link layout
* Ability to load all album images in one page
* Added skins
* Selectable Features - Use only what you want!
* Quick Access Options Icon in Status Bar
* Skins for school banners
* Rollover all profile pic thumbnails
* Download Full albums in one click
* Auto-Login with saved password
* One-click pokes
* 3 Supercharged Album options
* Skinned banners
* 12-hour turnaround support

Facebook wird stickier und stickier.

*

Achja, auf heise las ich gestern:

Wie die Financial Times berichtet, soll die bisher ausschließlich auf Englisch verfügbare Social-Networking-Site auch in anderen Sprachen angeboten werden. Genauere Details sind der Zeitung bisher nicht bekannt.

Zeit wird’s.

[tags]Facebook[/tags]

Facebook bereitet Implementierung von Freundeslisten vor

facebook-logoNeulich saß ich da und grübelte, ob ich eine Freundesanfrage eines mir Fremden auf facebook akzeptiere. Weder kannte ich ihn aus dem first life noch aus dem Web. Als ich so vor mich hingrübelte und anfing mir Sorgen um die Entstehung von Sorgenfalten auf meiner Stirn zu machen, wurde mir auf einmal etwas bewusst, dass ich auch vorher so im Grunde schon wusste -nur eben noch nicht völlig in jeder Konsequenz mir klar geworden war-: Die offene Plattform von facebook, f8, hat etwas geschafft, das noch kein anderes Social Network geschafft hat: Wenn ich will, kann ich auf facebook nahezu jede Faser meines Seins abbilden.

Und selbst wenn ich das nicht will und auch nicht tue: Wer mich auf facebook addet, kann über mein Profil mehr über mich erfahren als auf meinen Profilen auf myspace, Studivz oder Xing. Und das nicht nur weil einige der anderen Profile verwaist sind, sondern weil man da eben gar nicht die Möglichkeit hat, in die eigene Profilseite auf bequeme Art soviele Informationen reinzupacken.

Und was verändert sich beispielsweise schon, wenn man Jemand auf myspace added? Der Geaddete kann einem dann private Nachrichten schicken und die Fotos einsehen, wenn man die geschützt hat. Das war’s. Vom Fehlen eines Newsfeeds mal ganz abgesehen.

Also: Die Hemmschwelle dürfte in der Regel auf Facebook höher liegen als auf anderen Social Networks.

Also dachte ich mir, hmm, es wäre doch toll, wenn man seine Freunde in Gruppen einteilen könnte. So könnte ich Kollegen und Geschäftspartnern ein anderes Profil zeigen als Bekannten, die ich durchs Web kenne. Und letzteren könnte ich wiederrum noch ein paar Sachen vorenthalten, die nur für meine engsten Freunde bestimmt sind. Privacy galore sozusagen.

Zusätzlich zur Unterscheidung zwischen geaddeten und nicht geaddeten Personen ist es zur Zeit bereits möglich einer händich geführten Liste von geaddeten Personen nur ein begrenztes Profil zu zeigen. Das ist aber umständlich und aufwendig. Wenn auch immerhin schonmal mehr als man beispielsweise beim facebookklon Studivz (und den meisten anderen SNs) bekommt: Dort heißt es nur ‘entweder alles zeigen oder nix’.

Da facebook sich mittlerweile zum Schweizer Taschenmesser unter den Social Networks entwickelt, reicht der Status quo in Bezug auf Privatsphäre aber schlicht nicht mehr aus.

Und es scheint, genau das hat man bei facebook auch erkannt.

Wie Inside Facebook berichtet, sind erste Anzeichen einer anstehenden Implementierung dieser Funktion aufgetaucht:

I just received a tip from top application developer Trey Philips that Facebook has added two new undocumented functions to its API Test Console this evening that appear to reference an as-yet-unreleased feature called “Friend Lists.”

The two new API methods are:

* friends.getLists
* friends.getListsMembers

Es dürfte nur noch eine Frage von Tagen sein, bis die Funktion offiziell eingeführt wird.

Inside Facebook schreibt weiter, ähnlich meinen Gedankengang, dass damit eine sehr viel einfachere Verwaltung der Privatsphäre auf Facebook möglich wird.

In meinen Augen wird diese Funktion, wenn sie implementiert ist, die Nützlichkeit von Facebook nochmal sehr viel weiter steigern. Und die künftige Position von Facebook, als dem Social Network sie alle zu binden, nur weiter untermauern.

Interessantes Nebendetail: Inside Facebook verweist auch auf die mit dieser Neuerung höchstwahrscheinlich obsolet werdende Facebook-App ‘Top Friends’. ‘Top Friends’ ist mit 13 Millionen Nutzern die verbreiteste Facebook-App ist. Es dürfte durchaus Spannungen mit sich bringen, wenn Neuerungen bei Facebook die Zukunft von Applikationen auf der Plattform unsicherer machen.

Was ich nicht glaube, ist, dass Facebook hier absichtlich mit einer Applikation konkurrieren will. Das wäre langfristig für die Entwicklung der Plattform kein gutes Signal. Und wenn das Facebook-Team um Zuckerberg in den letzten Monaten eins gezeigt hat, dann dass sie langfristig denken und orientiert sind.

Fazit

Die Implementierung von Freundeslisten wird ein weiterer logischer Schritt des Social Networks sein, das jedem Einzelnen seiner Mitbewerber technisch miles ahead ist. Es gibt zur Zeit kein Angebot in diesem Bereich, das auch nur annähernd so rund ist. Bemerkenswert.

Oder wie es A VC in Bezug auf eine andere Facebookaktivität ausdrückte :

It seems that they are doing most things right these days, but most importantly, when they see something is wrong, they fix it. And that’s how you build a great company.

 


Die Freundesanfrage befindet sich übrigens immer noch in der Warteschleife. Falls Derjenige neunetz-Leser ist, könnte er sich bitte kurz melden? :)

[tags]facebook[/tags]

Xing, Fellowweb und portable Social Networks

fellowweb-logoFellowweb, ein neues Karriere-Netzwerk, das sich als “eine Art ‘Xing für Jugendliche’” positionieren will (naja), hat ein Tool entwickelt mit dem man seine Daten von Xing crawlen und nach Fellowweb übertragen konnte. Bis Xing dem einen Riegel vorschub.

Jetzt ist Fellowweb sauer, weil man doch soviel Zeit in die Entwicklung des Tools gesteckt habe.

Eine recht gute Zusammenfassung des ganzen Dramas findet man auf zweinull.cc.

Lediglich einigen der Schlussfolgerungen von Martin auf zweinull.cc möchte ich widersprechen:

Mit dem Schritt wird keinesfalls die Freiheit der Xing-Nutzer eingeschränkt - sondern einzig und allein die Freiheit der Fellowweb-User.

Hm? Meine Freiheit als Xing-Nutzer sollte doch auch darin bestehen, meine Daten notfalls mitnehmen zu können, wenn ich das möchte. This data is mine, innit.

Und dass Unternehmen sich nicht unbedingt als Wohltäter für Wettbewerber betätigen, ist wirklich weder verwunderlich noch verwerflich.

Das Vorgehen ist nicht verwunderlich, richtig. Verwerflich auch nicht, aber -in Hinblick auf die Nutzer und ihre Freiheit- zumindest fragwürdig.

Web2.0-Unternehmen bauen ihr Geschäftsmodell auf genau zwei Säulen auf: Dem User Generated Content und die Infrastruktur drumherum, die so für diesen anbieten. Als Web2.0-Unternehmen bekommt man mehr Vertrauen von seinen Nutzern/Konsumenten entgegengebracht als in vielen anderen Branchen. Außerdem bauen diese Nutzer selbst -als Nebeneffekt quasi- eine Säule für das Unternehmen auf.

Auf dieser Grundlage zu sagen, man tue alles für seine Nutzer, gibt ihnen aber gleichzeitig nicht die Möglichkeit ihre Daten mitzunehmen, ist letztlich nur eins: Heuchelei. Aufgrund der besonderen Beziehung zwischen Nutzer und Webunternehmen sogar äußerst widerwärtige Heuchelei.

An Xing

So sehr das Vorgehen von Xing, besonders aus Wettbewerbsgründen, nachvollziehbar ist. Es zeigt meines Erachtens recht offensichtlich den Standpunkt von Xing auf: Es ist uns egal ob es unseren Nutzern hilft oder nicht, aber wir werden es ihnen so schwer wie möglich machen, unsere Seite mit ihren(!) Daten zu verlassen.

Sweet.

An Fellowweb

Zunächst einmal: Xing hat diese Nutzung ihrer Seite nicht explizit erlaubt. Darauf zu hoffen, dass Xing dagegen nicht schnell vorgehen würde, wäre naiv gewesen. Gelinde ausgedrückt. Allerdings glaube ich hier, wie auch Martin von zweinull.cc, eher an einen PR-Coup seitens Fellowweb. Die Aufmerksamkeit haben sie ja jetzt.

Auch muss sich Fellowweb die Frage gefallen lassen, welche Exportfunktionen sie denn ihren Usern anbieten. Informationen dazu habe ich keine gefunden. Wird hier etwa mit zwei Mass gemessen? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt..

Die Lösung zum bequemen Wechseln zwischen Social Networks

Wird man wohl letztlich ohne Unternehmen wie Xing, Fellowweb oder Facebook finden müssen. Denn auch Facebook hat sich bis jetzt nur in eine Richtung geöffnet, und zwar hinein in die Facebookwelt. Hinaus gibt es bislang nur eine Handvoll Feeds und ein minimales Widget.

Die Lösung wird wohl langfristig (Das kann durchaus Dekaden bedeuten!) das Konzept der portable Social Networks sein. Also eine standardisierte Form der Ausgabe von sozialen Interaktionen. So wie etwa RSS ein Standard (neben Atom) für die Ausgabe und Verbreitung von Content ist.

Besser noch: dezentrale, im Idealfall selbst gehostete, Netzwerkknoten, auf denen man seine Social-Network-Aktivitäten verwaltet. Die Verknüpfung zwischen den Knoten quer durch das Internet ist dann vergleichbar mit der heutigen Vernetzung von Blogs. Nur eben auf weitaus mehr Dimensionen ausgeweitet, um soziale Interaktion abbilden zu können. Das Entscheidende dabei: Es ist, wenn vollständig umgesetzt, dann eben gleichgültig wo der Bekanntenkreis beispielsweise seine Fotos hostet. Die Verbindungen werden unabhängig vom Host, da standardisiert, herstellbar.

In der englischsprachigen Tech-Blogosphere scheint die Geduld mit den SocialNetwork-Anbietern nach der einseitigen Facebooköffnung endgültig zu erodieren. Eine der andauernden Diskussionen diesen Sommer in der US-Techwelt sind eben jene portable Social Networks und deren mögliche Umsetzung.

Ein deutsches Projekt in dieser Richtung gibt es auch schon. Der von blogger.de und Blogscout her bekannte Dirk Olbertz hat mit Noserub ein vielversprechenden Start hingelegt.

 

[tags]Fellowweb, Xing, Facebook, portable Social Networks[/tags]

Feedbuddy jetzt auch als Facebook-App

Hatte ich letztens noch über Feedbuddy geschrieben:

Einer dieser Webdienste, die förmlich schreien ‘Ich würde mich auch gut auf Facebook machen!’

Und siehe da, wo ich recht hab hab ich recht: et voilà Feedbuddy auf Facebook. Im Grunde wie die Standalone-Version, nur dass eben die Facebook-Profile der Feedbuddies verlinkt sind.

Das Einzige, was mich etwas stört und was wohl viele, die keinen Feedbuddyaccount haben, abschrecken wird: Man muss selbst wenn man Feedbuddy nur über Facebook nutzen will, sich bei Feedbuddy registrieren. Halte ich für eine unnötige Barriere. Eine zusätzliche Registrierung ist auf Facebook nicht notwendig.

(via Kommentar)

[tags]Facebook, Feedbuddy[/tags]

Das Social Media Burnout Syndrom und Facebook

web20logos1
(Bild: Stabilo-Boss)

Jeder, der (zu)viel Zeit im Netz und besonders auf Seiten mit socialirgendwas verbringt, kommt irgendwann an die eigenen Zeitgrenzen. Will man dann eine neue Seite ausprobieren, muss man die Zeit bei einer anderen abziehen. Genau hier kommt ein großer Vorteil des neuen Facebook als Metanetzwerk zum Zug.

Begrenzte Zeit

futurelab.net:

If a person is spending an hour or two a day posting in one forum, is he likely to do the same in two or three others? If an active member in a community decides to launch a blog on the same topic, will she still devote an hour to creating a detailed, thoughtful post or will that content end up on her blog?

Das ist eine wichtige Frage, die in den nächsten Monaten bis Jahren immer wichtiger werden wird.

2 Probleme:

  1. Die Zeit und damit die Aufmerksamkeit eines Menschen ist begrenzt.
  2. Die Zahl der Seiten, die um diese Aufmerksamkeit buhlen nimmt ständig zu.

Das heißt, immer mehr Konkurrenten teilen einen Kuchen untereinander auf, der nicht unbegrenzt ist.

Mittelfristig dürfte das noch nicht sonderlich große Auswirkungen haben: Ich habe jetzt keine Zahlen, wie das in den USA aussieht, aber in Deutschland sind die Nutzer von Web2.0 im Vergleich zu den Gesamtonlinern relativ gering (auch hier üben wir uns heute in Quellendiät). Was vor allem wohl auch daran liegt, dass in Dtl. die Web2.0-Berichterstatter schlechthin, die Blogs, eher geringe Leserzahlen haben. Hier fehlt einfach die Mouth-to-Mouth-Power wie es sie in den USA mittlerweile gibt.

Wie dem auch sei, unabhängig davon sind Web2.0-Nutzer per se erstmal immer nur eine Teilmenge der Gesamtheit der Internetnutzer, hier ist also noch Platz nach oben. Denn die Anzahl der Nutzer von Social Media Seiten steigt. Seien es User von Social Networks oder Leser von Blogs (Beides geht in der Summe immer noch nach oben). Bedeutet, zumindest mittelfristig lässt sich das Ausgelastetsein der Early Adopter durch den generellen Zuwachs von Neuankömmlingen in Webzwoland ausgleichen. Ob das für die jeweilige WebApplikation reicht, wird sich für jede einzeln entscheiden. Es wird wohl so sein, dass das Heil für viele neue Seiten in ‘mehr Mainstream, weniger geeky’ liegt. Fakt ist aber auch, wenn ich lese: ‘Social Network mit/für ..’, verdreh ich die Augen und denke ‘come on!’ und oft auch ‘och nö, gebt mir doch mal etwas weniger AAL und etwas das mir Zeit spart anstatt mehr zu rauben’.

This is there Facebook comes in

Und da sind wir auch schon bei dem, was der Markt unter Anderem braucht: Metametameta. Gib mir etwas, das mir mein Onlineleben vereinfacht und Du gewinnst mich als Kunde, eventuell.

futurelab.net:

The communities that offer a combination of quality interaction with others and, in many cases, an efficient and time-saving interface for keeping in touch with both the community at large and with individual friends will be the long-term winners.

Efeckinxactly.

Es ist genau das, was Facebook nach der Öffnung zur Plattform ausmacht. Ich kann dort nicht nur Dienste wie Twitter und Specialinterest Social Networks wie die Filmseite Flixster integrieren und von einer Seite aus erreichen und eingeloggt sein. Auch wird, wenn entsprechend programmiert, automatisch abgeglichen ob meine Facebookfreunde auf diesen Diensten sind und wenn ja, in diesem Fall direkt in der FacebookApplikation angezeigt. Ich muss im Idealfall nicht mehr meine immer wieder gleichen Freunde auf 100 Seiten suchen und händig adden. Und ich bekomme alle ihre Aktivitäten in einem Feed angezeigt.

Die Nützlichkeit meines eigenen Social Webs nimmt also zu, gleichzeitig aber auch: Ich spare Zeit. Etwas, das, zumindest bereits unter den Early Adoptern, an Wichtigkeit immer stärker zunimmt.

Deswegen sage ich voraus, dass Facebook in 1, maximal 2 Jahren das größte Social Network weltweit sein wird.

UPDATE und P.S.: Siehe auch How Facebook Developers Give Facebook a Boost: Wall Street Journal:

Users are flocking to facebook, and the growth rate is very impressive, the number of active facebook members has hit the 27 million mark. That is ~2.5 million more users than just a month ago; this is phenomenal growth by any measure.

(via gigaom)

[Und morgen erkläre ich, wie ich weit über 300 Feeds manage, ohne verrückt zu werden oder auszuburnen ]

[tags]Facebook[/tags]

Facebook - Die ersten Tage nach der Öffnung

Die Öffnung von Facebook hin zum ersten offenen Social Network als Plattform für Drittanbieter ist nun ein paar Tage her. In diesen Tagen hat sich bereits Einiges getan.

Bereits jetzt kann man eine beachtliche Zunahme der Funktionenvielfalt auf facebook beobachten, die jedes andere Social Network locker in den Schatten stellt. Einige der mit dem Launch gestarteten Integrationen sind erstaunlich gut in die Oberfläche eingepasst und präsentieren sich wie vollständige zusätzliche Funktionen.

Wie zum Beispiel die Integration vom Filmnetzwerk Flixster, die nebenbei facebook quasi zum vollwertigen Netzwerk für Filmfreunde aufwertet. Dabei kann Flixster mit über 10 Millionen Usern selbst bereits eine große Userzahl außerhalb von facebook vorweisen. Mit 30boxes wurde einer der besten Onlinekalender integriert, mit hotornot facebook zur Flirtseite ausgebaut (beziehungsweise das Flirtpotential erweitert..). Man liest es sicher zwischen den Zeilen heraus, ich bin begeistert.

Die zur Zeit beliebtesten Facebookfremdapplikationen

Der Musikempfehldienst iLike ist seit einigen Tagen auf Platz 1. Der mit Prä-Facebook-Zahlen von 40.000 Usern eher mäßig erfolgreiche Dienst zählt aktuell bei Facebook über 670.000 Nutzer. Das ist eine Steigerung gegenüber gestern von mehr als 200.000 Nutzern. iLike scheint auf facebook nicht mehr aufhaltbar und ist geradezu ein Paradebeispiel für den Netzwerkeffekt in full mode. Unglaublich.

Weitere erfolgreiche Applikationen sind eine Horoskopfunktion von rockyou mit über 320.000 Benutzern, Games von Bunchball mit 140.000 Usern und der Fotoeditierdienst von picnik mit über 110.000 Nutzern. All das seit letzten Donnerstag.

Die Zahlen in ein, zwei Monaten dürften interessant werden.

Skepsis und Zukunft

Facebooks Schritt wird aber nicht nur positiv gesehen. Er ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Er bringt aber auch einen (verlockenden) walled Garden für die beteiligten Drittanbieter mit.

vecosys hat sich die Terms of Service für die Developer genauer angesehen und bemerkt unter anderem:

Will Facebook impose a ‘tollbooth’ or tax on successful widgets? Sure looks like they want to. Will they be building their own competitive versions? Sure looks like they want to. Can they cut you off from the platform at any time? Sure looks like they can. Can they change the ground on which you operate? Sure looks like they can.

Facebooks Vorgehen ist nachvollziehbar. Man sichert sich mit einigen der Bestimmungen in den ToS gegen mögliches Fehlverhalten der Drittanbieter ab. Diese haben auf der anderen Seite allerdings auch keinen auf ewig zugesicherten Zugang. Man könnte ausgesperrt werden wie bei bei myspace oder später um Gebühren gebeten werden. Allerdings halte ich ersteres ohne ernsthafte öffentliche Begründung von seiten facebooks für eher unwahrscheinlich, da es der aktuell eingeschlagenen Richtung von Facebook so grundlegend widersprechen würde, dass man sich da unglaubwürdig machen würde.

Auch Jochen Krisch von exciting commerce äußert hier einige Skepsis bezüglich des Nutzens der facebook-Plattform (auch die Diskussion in den Kommentaren beachten).

Allerdings sehe ich die Probleme, wie sie Jochen Krisch äußert, eher nicht so drastisch, da in der Regel die Drittanbieter auf facebook statt sich komplett darauf zu konzentrieren, lediglich ein weiteres Betätigungsfeld aufmachen (auch wenn dieses wie im Falle iLike zum Zentrum des Unternehmens werden kann). Niemand wird auf die Millionen User außerhalb von Facebook verzichten nur weil man einen besseren Zugang zu den Facebookern hat.

Interessant bleibt auf jeden Fall, ob dieser Schritt facebooks nicht langfristig zu einem Standard für offene APIs bei Social Networks führen wird. Und das wäre dann in der Tat ein Meilenstein.

 

weiterhin Lesenswertes:

hackr.de: positive Analyse, in der die Vorteile für alle Beteiligten aufgezeigt wird (hatte ich schon im Linkblog verlinkt)

readwriteweb: ‘They may well have just leap-frogged MySpace by providing an environment that encourages developers to make Facebook more useful for its users.’

[tags]Facebook[/tags]