20. Nov. 2018 Lesezeit: 1 Min.

VW-Chef: Autoindustrie sei in Deutschland "noch nie gefördert worden"

Zurecht auf heise unter WTF abgelegt. Tilman Wittenhorst auf heise online über ein BamS-Interview mit Diess:

VW-Chef Herbert Diess hat von der Bundespolitik eine positivere Haltung gegenüber der Autoindustrie gefordert. "Leider kann sich zurzeit anscheinend kaum jemand in der deutschen Parteienlandschaft eine positive Perspektive für das Auto vorstellen", sagte Diess der Bild am Sonntag.

Niemand außerhalb der deutschen Automobilbranche und des Diesel-Fanclubs bei Springer und FAZ kann sich eine positive Perspektive für Verbrenner vorstellen.

Diess lobte zwar die Standortbedingungen in Deutschland, warf der Bundesregierung aber vor, die Autoindustrie sei noch nie gefördert worden. "Sie war stets eine Steuerquelle und stark durch staatliche Regulierungen bestimmt." Zum Beispiel fehle es bei Elektroautos an der nötigen Infrastruktur, außerdem müssten Stromnetze aufgewertet sowie Vorgaben im Bau- und Mietrecht gemacht werden. "Die Industrie kann das nicht allein."

Die arme, kleine deutsche Automobilbranche benötigt also Stütze vom Staat.

Aber ernsthaft jetzt: Der immense Dieselskandal hat in Deutschland zu fast keinen Konsequenzen geführt. Die Nachsicht der Politik, die auf Kosten der Autokäufer geht, ist selbst für sich skandalös. Vor diesem Hintergrund zu jammern, man würde nie gefördert, zeigt vor allem, wie sicher man sich in der deutschen Automobilbranche wähnt. Gemessen am Verhalten der deutschen Politik: zu recht.

Es ist diese nach wie vor überall durchscheinende Arroganz, die es der deutschen Autobranche sehr schwer machen wird, das schwierigste Jahrzehnt ihres Bestehens zu meistern.

Marcel Weiß
Unabhängiger Analyst, Publizist & Speaker ~ freier Autor bei FAZ, Podcaster auf neunetz.fm, Co-Host des Onlinehandels-Podcasts Exchanges
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