Vernetzte Welt #24: Google OnHub, LoRaWAN, TU Wien

Immer Dienstags erscheint an dieser Stelle eine kommentierte Übersicht zu den wichtigsten Entwicklungen und besten Analysen aus der Welt der vernetzten Geräte, dem ‚Internet der Dinge‘.
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Top-News: Google stellt mit Google OnHub eigenen Wireless-Router/künftigen Smart-Home-Hub vor

Google hat mit dem Google On Hub einen eigenen Wireless-Router vorgestellt, der bereits das Potenzial zum Smart-Home-Hub mitbringt.

Google OnHub

Ein paar Anmerkungen zu diesem bemerkenswerten Schritt:

  • Der OnHub hat eine eigene Subdomain bekommen: https://on.google.com/hub/ Ein Indiz von vielen, die darauf hindeuten, dass der OnHub nur das erste Produkt einer neuen Produktfamilie ist.
  • Google OnHub ist das erste Brillo-Device. Brillo ist die heruntergebrochene Version von Android für das Internet der Dinge. OnHub beherrscht neben Bluetooth & Wifi auch das Google-eigene Weave-Protokoll, das ebenfalls für IoT und Machine-to-Machine-Kommunikation ausgelegt ist. Siehe zu den Vorstellungen von Brillo und Weave auf der diesjährigen Google I/O auch Vernetzte Welt #14. OnHub wird also Googles Hub für das Smart Home.
  • Warum gehört OnHub nicht zu Nest und Nest nicht zur On-Familie? Hier sieht man die erste von vielen Fragen die sich der neuen Alphabet-Holding stellen werden. (Nest, das smarte Thermostat mit Smart-Home-Hub-Potential, das von Google Anfang 2014 übernommen wurde, wird unter der neuen Holding ein eigenständiges Unternehmen.)
  • Der OnHub ist so formschön wie Amazon Echo, weil er nicht im Schrank verschwinden soll, sondern für maximale Sendefähigkeit frei im (Wohn-)Zimmer stehen möchte.
  • Ein zweites Nexus Q? Der OnHub kostet 199$. Er ist auf einfache Benutzung ausgelegt. Technisch wenig Interessierte werden sich kaum einen teuren Router kaufen. Diejenigen, die interessiert sein müssen, sind early adopter des Smart Homes; tendenziell eher technisch interessierte Menschen. Die Positionierung ist also zumindest nicht offensichtlich. Das erste Kontingent für Preorders im Onlineshop von Google war aber zumindest schnell ausverkauft.
  • Google begann sein Leben im Browser, im Web. Mit Android hat Google ein erstes Mal auf die Entwicklung weg vom Browser reagiert. Der OnHub ist in dieser Linie zu sehen. Wenn immer mehr Internet-Interaktionen mit vernetzten Geräten im Smart Home stattfinden, warum sollte Google da nicht im Mittelpunkt mit einem eigenen Gerät stehen wollen? Und welche Geräte stehen mehr im Mittelpunkt des vernetzten Heims als Router und Smart-Home-Hub?

Berichte zu Google OnHub:

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Smart Home

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Wearables

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Analysen und Berichte

Schlagwort Industrie 4.0

Peter Liggesmeyer, Präsident der Gesellschaft für Informatik, im Interview im Südkurier:

Unternehmen wie Google oder Facebook sind reine Softwareunternehmen. Bei der Industrie 4.0 muss die Software mit Technologie – also mit Förderbändern, Robotern, Drehmaschinen oder Stanzen – verknüpft werden. Da sind wir in Deutschland und Europa mindestens so weit wie die USA. In diesem Bereich müssen wir uns vor den USA nicht verstecken.

  1. Software ist bis jetzt in jeder Branche, in die es eingedrungen ist, der wichtigere Bestandteil geworden, weil die größere Flexibilität flexiblere Geschäftsmodelle ermöglicht (und dem jeweiligen Softwareprovider damit die Fähigkeit verleiht, sich in eine Machtposition zu bewegen).
  2. Das profitabelste, in einer in der Wirtschaftsgeschichte einmaligen Dimension produzierte Produkt, das iPhone, wird in Kalifornien entworfen und in China hergestellt. Es gibt wenige Produkte mit einer Gewinnmarge von 40% und es gibt kein Produkt in der gesamten Wirtschaftsgeschichte, das in seiner Lebenszeit in solch hohen Stückzahlen hergestellt wurde. (Das iPhone macht beispielsweise einen höheren jährlichen Umsatz als Mercedes Benz und Audi zusammen.)

Deutschland ist ein Industrieland mit einer starken fertigenden Industrie. Aber die Herausforderungen der nächsten Jahre sind kaum zu überschätzen. Wir sollten mit den Verharmlosungen aufhören.

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TCS-Umfrage: In Reise/Transport, Medien/Unterhaltung und Industrie werden bis zu 0,6 Prozent des Umsatzes in IoT investiert

Holger Schmidt auf netzoekonom.de über eine Umfrage von TCS:

Nach einer Umfrage von TCS unter 795 Managern investieren die befragten Unternehmen aus den Bereichen Reise/Transport, Medien/Unterhaltung und Industrie mit bis zu 0,6 Prozent ihres Umsatzes vergleichsweise aggressiv ins Internet der Dinge. (Zum Vergleich: Das gesamte IT-Budget beträgt im Durchschnitt etwa 1 Prozent des Umsatzes). Etwas vorsichtiger gehen die Versorger, Banken und auch die Autohersteller zu Werke, während Versicherungen, Konsumgüterhersteller und Unternehmen aus der Öl- und Gasbranche noch recht zaghaft agieren. Regional zeigen die Amerikaner die höchste Investitionsbereitschaft, gefolgt von den Europäern und den Asiaten. Je teurer das Produkt, desto höher sind länderübergreifend die Investitionen in die neue Technik: Unternehmen, deren Produkte für 10 Millionen Dollar und mehr verkauft werden, investieren durchschnittlich 335 Millionen Dollar in das IOT. Kostet das Produkt maximal 100 Dollar, geben die Hersteller nur 39 Millionen Dollar im Durchschnitt aus.

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LoRaWAN: The Things Network in Amsterdam

LoRaWAN im Einsatz in Amsterdam: Vera Bauer auf mobilegeeks.de über The Things Network:

The Things Network ist das erste seiner Art, dass einen niedrigen Batterieverbrauch, eine geringe Bandbreite und eine hohe Reichweite hat. Die Technologie, die hier verwendet wird, nennt sich LoraWAN (Long Range Radio) und versorgt die ganze Stadt mit einem drahtlosen Signal. Im Gegensatz zu anderen smart-City-Projekten, wurde dieses hier komplett von den Bürgern der Stadt finanziert und nur in sechs Wochen zusammengesetzt.
(..)
Alles was zu einem LoraWAN Netzwerk nötig ist, ist ein Sender, der auf der The Things Network Website auch angeboten wird. Die werden einfach auf den Hausdächern über Amsterdam verteilt und so entsteht eine Fläche aus einem allgegenwärtigen und freien Netz. LoraWAN hat eine Reichweite von 10 Kilometern und kommt damit weiter als WLAN. Die Internetgeschwindigkeit ist auf 50 kbit/s begrenzt.

Siehe auch The Next Web:

Think ’email’ rather than ‘WhatsApp’ for the Internet of Things, then. Or, as Giezeman preferred to put it, “Sigfox is like pagers and LoRaWAN is like the first mobile phones.”

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Niederländisches Mesh-Netzwerk-Startup Undagrid erhält Finanzierung von niederländischer Airline KLM und Amsterdamer Flughafen Schiphol

Tech.eu:

Dutch ‚Internet of Things‘ startup Undagrid has raised an undisclosed amount of seed funding from KLM (Royal Dutch Airlines), Amsterdam airport Schiphol, Rabobank and the Delft University of Technology – who together manage an investment fund dubbed Mainport Innovation Fund (MIF).

Undagrid basically offers a platform to connect devices with each other and the Internet. 

The company’s technology lets devices form their own self-expanding network, instantly, without any configuration or the need for any type of controller. Crucially, Undagrid claims it can work on a single battery for multiple years.

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Apple Watch lässt Verkäufe herkömmlicher Armbanduhren in USA sinken

Bloomberg:

US watch sales fell the most in seven years in June, one of the first signs Apple’s watch is eroding demand for traditional timepieces.

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Fobo Tire Plus ist ein Sensor für Autoreifen

Sendet Daten per Bluetooth an mobile App, die über Luftverlust informiert. Connectedly:

Fobo Tire Plus retails for $229, with includes four valve stem caps. While this may seem like a lot, even if it helps you detect a problem with your tires early, it can prevent further damage to the tire and will pay for itself.

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TU Wien, Bosch, Siemens: Forschungsfabrik für vernetzte Produktion gegründet

Futurezone:

Die TU Wien hat gemeinsam mit 20 Unternehmen – darunter Bosch, Siemens und SAP – eine Modell- und Forschungsfabrik auf dem Gelände der Seestadt Aspern in Wien gegründet.
In der Fabrik, die am Montag offiziell eröffnet wurde, sollen keine kommerziellen Produkte für den Markt produziert werden. „Das Produkt der Pilotfabrik ist Wissen“, erklärte der zuständige Minister Alois Stöger (SPÖ) am Montag in einer Pressekonferenz. 

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About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als freier Strategy Analyst und schreibt als Business Analyst regelmäßig bei digital kompakt, ist Co-Host des Exchanges-Podcasts, schreibt für diverse Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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