Vernetzte Welt #30: Nest Weave, VW, Pebble

Immer Dienstags erscheint an dieser Stelle eine kommentierte Übersicht zu den wichtigsten Entwicklungen und besten Analysen aus der Welt der vernetzten Geräte, dem ‚Internet der Dinge‘.
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Top: Nest veröffentlicht Weave-Protokoll

Nestweave
Nest, jetzt ein eigenständiges Unternehmen unter Alphabet, der neuen Holding, die aus Google hervorgegangen ist, hat das eigene IoT-Protokoll Weave vorgestellt. Merkmale: Niedrige Latenz im Bereich von 100 Millisekunden, Sicherheitsfeatures auf Geräteebene (nicht jedes Gerät kann mit jedem Gerät im Netzwerk sprechen), Basis ist ein Mesh-Netzwerk, sprich Netzwerkredundanzen sind auf Protokollebene eingebaut.

Nest startet außerdem nächsten Monat einen Onlineshop, in dem über 70 mit Nest kompatible Produkte (in den USA) gekauft werden können.

Erstaunlicherweise scheint Weave keine Neuentwicklung zu sein:

Five years ago it built a protocol called Weave that allowed Nest devices to communicate in a secure fashion, and now it’s sharing details about how that works and opening it up to developers who want to use it to talk to Nest devices. It is also showing off the Linus lock, the first product built using the Weave protocol that isn’t made by Nest.

Das sind gute Neuigkeiten, weil es auch impliziert, dass Nest genügend Erfahrung mit Weave in der Praxis gesammelt hat um sicher zu sein, dass es ein sicheres und praktikabeles Protokoll ist. Nest plant nicht, Weave Open Source zu machen. Weave bleibt also ein exklusives Feature der Nest-Plattform.

Schlechte Neuigkeiten, was die Organisation von Google, Alphabet und Nest angeht:

Ursprünglich wurde ein ebenfalls Weave genanntes Protokoll auf der Google I/O vorgeführt:

Weave is the communication layer that sits between Brillo devices, the cloud and devices like phones or tablets. This allows devices to talk to each other. Since Brillo and Weave are built around Android, it allowed Google to design a new way to set up these devices.

Nest Weave und Google Weave unterscheiden sich, unklar ist noch, inwiefern sie sich unterscheiden:

Nest’s version of Weave is different from the Weave Internet of things communications standards that now-Google GOOG CEO Sundar Pichai mentioned onstage at Google I/O earlier this year with little or no detail.

Der Google OnHub ist ein Brillo-Gerät und setzt Google Weave ein.

Dieses Wirrwarr schafft kein Vertrauen.

Analysen & Berichte

IoT und VW

Der VW-Skandal (siehe auch Thingonomics #9) beschäftigt auch die IoT-Welt.

Lesenswerter Text auf der Site von IEET: The price of the Internet of Things will be a vague dread of a malicious world

Objects fail, and sometimes behave unpredictably, but they aren’t strategic, they don’t choose their behavior dynamically in order to fool you. Matter isn’t evil.

But that was before.

Things now have software in them, and software encodes game-theoretical strategies as well as it encodes any other form of applied mathematics, and the temptation to teach products to lie strategically will be as impossible to resist for companies in the near future as it has been to VW, steep as their punishment seems to be. As it has always happened (and always will) in the area of financial fraud, they’ll just find ways to do it better.

​(..)

The intrinsic challenge to our legal framework is that technical standards have to be precisely defined in order to be fair, but this makes them easy to detect and defeat.

​(..)

Is your self-driving car deliberately slowing down to give priority to the higher-priced models? Is your green A/C really less efficient with a thermostat from a different company, or it’s just not trying as hard? And your tv is supposed to only use its camera to follow your gestural commands, but it’s a bit suspicious how it always offers Disney downloads when your children are sitting in front of it.

​(..)

The real problem is DRM. Imagine if it were illegal for anyone (including the government) to actually measure the gases coming out of the tailpipe of a car?

If VW’s tailpipe emissions were a trade secret that not even regulators were allowed to see, then they’d never have been caught.

Diese Regulierungsfragen werden uns eine Weile beschäftigen. (siehe auch unsere Diskussion in Thingonomics #9)

Wie Pebble sich gegen Apple Watch und Android Wear behaupten will

Der Pebble-CEO im Interview mit Backchannel über die Unterschiede zwischen Pebble und Apple Watch & Android Wear aus seiner Sicht:

“Those other guys can’t go down — they can’t fundamentally get down to our level without dramatically changing their course of curve [because they have set the feature baseline at a very high level]. Whereas we can easily jump up and say, okay well there’s actually a sensor that the other guys are using, we can incorporate that into our technology.” For an example he cites the the e-paper display on the Pebble Time watch, which brought color to the company’s products, but in a low-cost implementation.

“So what our company is betting on,” he says, “is that in the future, as we wear more and more technology on our body, the curve that we are riding will be better suited for building that technology.”

Allthings Home ist eine App-Lösung für Verwaltungsgesellschaften

Burkhard Schneider auf www.best-practice-business.de:

ALLTHINGS HOME ist eine Lösung für alle Unternehmen der Immobilienbranche und ermöglicht es, jede Wohnung mit einer App auszustatten. Diese Smarthome-Apps digitalisieren die komplette Interaktion mit Mietern.

Bei Problemen in der Wohnung oder Fragen kann der Mieter direkt mit der Hausverwaltung Kontakt aufnehmen. Er kann auch alle Bedienungsanleitungen von den Geräten anschauen, die in seinem Haushalt vorhanden sind. Mithilfe einer weiteren Funktion wird der Mieter über seinen Wasser- und Energieverbrauch informiert und erhält Tipps, wie er diesen Verbrauch optimieren kann. Via Chat-Funktion kann er sehen, was sich gerade in Nachbarschaft tut, wer neu eingezogen ist, wer zum Beispiel eine Bohrmaschinen zum Ausleihen sucht und welche Events in der Nachbarschaft stattfinden. Das verbessert nicht nur die Kommunikation zwischen den Mietern, sondern auch zwischen Eigentümern, Verwaltern und Mietern.

Großes Potenzial, eigenartige Zusatzfunktionen. Die hinter dem Angebot stehende qipp AG hat in einer ersten Finanzierungsrunde eine halbe Million Schweizer Franken erhalten.

Wissenswerte Meldungen

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About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als freier Strategy Analyst und schreibt als Business Analyst regelmäßig bei digital kompakt, ist Co-Host des Exchanges-Podcasts, schreibt für diverse Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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