6. Feb. 2012 Lesezeit: 1 Min.

ACTA und die Eisenbahner

Mario Sixtus vergleicht im Tagesspiegel die lobbyistengetriebenen Gesetzesvorhaben und Abkommen zur Durchsetzung und "Stärkung" des Urheberrechts mit lobbyistengetriebenen Gesetzesvorhaben Ende des 19 Jahrhunderts, das neuartige Autofahren einzuschränken. ACTA und die Eisenbahner:

Es war kein Vergnügen, das Autofahren im Großbritannien des späten 19. Jahrhunderts. Ein Gesetzesbündel, die sogenannten Locomotive Acts, piesakte die frühen Insel-Automobilisten. Sie wurden zu Kriechfahrten von höchstens sechs km/h auf Landstraßen und drei km/h in Städten gezwungen, Autos mussten mit einer „Crew” von mindestens drei Personen bemannt sein, und als ob das noch nicht der Schikane genug gewesen wäre, musste einer dieser drei Kraftfahrzeugfreunde im Abstand von 55 Metern vor dem Gefährt herlaufen – und dabei eine rote Fahne schwenken.
Um die britischen Autopioniere endgültig lächerlich zu machen, fehlte eigentlich nur noch der Zwang zur Verkleidung der Fahrer mit Hasenkostümen.

Clay Shirky fasste es in diesem sehr sehenswerten TED-Talk so zusammen: ACTA, SOPA und co. sollen das Kopieren möglichst teuer machen, indem die Unschuldsvermutung bei Urheberrechtsverletzungen umgedreht wird.

Nächster Schritt: Wer online ist, muss ein Hasenkostüm tragen.

Marcel Weiß
Unabhängiger Analyst, Publizist & Speaker ~ freier Autor bei FAZ, Podcaster auf neunetz.fm, Co-Host des Onlinehandels-Podcasts Exchanges
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