Readburner – Digg auf GoogleReaderbasis

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In meinem Ausblick auf 2008 hoffte ich darauf, „dass Google 2008 die Daten vom GoogleReader endlich einsetzt und einen Techmeme/Rivvakiller aus aggregierten SharedItems aufsetzt“.

Auch wenn Readburner eben das, ein Memetracker, nicht ist –auch wenn andere das darin sehen wollen– zeigt es doch schön, wie es im Internet zugeht: Wenn der eine (Google) keine Lust hat, es zu machen, macht es eben jemand anderes. Auf Readburner werden SharedItems-Feeds von GoogleReader aggregiert und die einzelnen Artikel dann gewichtet.

Warum die Idee hinter Readburner Potential hat

Readburner ist damit näher an Social-News-Seiten wie Digg, oder dem deutschen yigg. Aufgrund der Dezentralität wird das Gruppendenken, das diese Seiten oft allzusehr bestimmt und die Qualität drückt, allerdings eliminiert oder zumindest minimiert. Da die SharedItems bereits einen Zweck erfüllen, der außerhalb von Readburner erfüllt wird (mit Freunden, Bloglesern, eben allen denen man die Feedadresse gibt, Artikel teilen), kann das auch ohne dahinterstehende Community funktionieren. Wenn man auf der anderen Seite auf Digg oder yigg beispielsweise die Kommentare abschalten würde, wären diese Seiten am Ende. Something to think about.

readburner-screenshot

Readburner ist allerdings noch erheblich alpha. Außerdem hat es das Problem, dass jeder SharedItem-Feed per OptIn erst hinzugefügt werden muss. Nevertheless das könnte sich zum Diggkiller entwickeln. Nicht was die Community angeht, sondern die Relevanz der aggregierten News.

(via)

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About Marcel Weiß

Marcel Weiß, Jahrgang 1979, ist Gründer und Betreiber von neunetz.com.
Er ist Diplom-Kaufmann, lebt in Berlin und ist seit 2007 als Analyst der Internetwirtschaft aktiv. Er arbeitet als (Senior) Strategy Analyst bei Exciting Commerce, schreibt für verschiedene Publikationen, unterrichtet als Gastdozent an der Popakademie Mannheim und hält Vorträge zu Themen der digitalen Wirtschaft. Mehr zum Autor.
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  • Hi Marcel.

    Interessanter Post. Derzeit versuche ich aus den aggregierten Daten Schlüsse zu ziehen um über die nächsten Wochen/Monate daraus einen brauchbaren News-Aggregator zu bauen.
    (Meiner Meinung nach könnte die News-Filterung durch den Google Reader einfach besser funktionieren als durch eine überaktive Community wie Digg sie hat.)

    Der Grund für den opt-in sind zunächst ganz einfach Skalierungsbedenken. Grundsätzlich sollte es jedoch machbar sein an alle Linkblogs ranzukommen. Derzeit plagen mich aber eher Sprachenprobleme…

    Grüße aus Österreich,
    Alex

  • Du bist da in meinen Augen schon auf einem guten Weg, Alexander. Dass ich diesen Weg für vielversprechender halte als den Digg-Ansatz, hatte ich ja schon im Artikel ausgeführt.

    Was den opt-in angeht: Ich denke, das ist schon okay. Besonders um das Wachstum am Anfang im Zaum zu halten, wie Du schon sagst wegen Skalierung.
    Wenn Du die Linkblogs irgendwann im Netz einfach einsammelst, würde ich an Deiner Stelle dann aber die namentliche Nennung weglassen. Das könnte sonst ein paar ärgern. Auf der anderen Seite wird es dann intransparent, hmm.

    Anyway, viel Glück damit, werde es weiter beobachten!